Der Aufbruch zu den Sternen

Der sogenannte zweite Aufbruch beginnt noch während des Einigungskriegs. Die ersten sechs Jahre steigt der Fernhandel getragen von der alten Koalition stark an. Mit wesentlich schnelleren Antrieben stoßen Forschungs- und Handelsschiffe immer weiter in den Raum vor. Zwei weitere Planeten werden besiedelt, Verbindung mit der inzwischen 30 Jahre alten Kolonie Cobol wieder aufgenommen und ständiger Kontakt mit Thoris hergestellt.
Die Betriebskosten der ÜL-Anriebe sind sehr hoch und die Reisen dauern lange. Transportkapazität der ÜL-Frachter ist gering, da ein Großteil der Frachtkapazität für Ersatzteile benötigt wird. Gleichzeitig sind die Preise für Hochtechnologie deutlich gefallen. Im Jahr 2473 werden keine neuen Schiffe mehr gebaut. Die Zahl der Flüge geht sogar etwas zurück. Deshalb geht ab 2475 der Großteil der Aktivitäten auf die Erde über.
Nicht nur der Fernhandel wächst, sondern auch die Auswanderungswelle kommt in Schwung, denn viele Gruppen und Völker fühlen sich nach dem Bürgerkrieg und durch die Bedingungen des Waffenstillstands ungerecht behandelt, bedroht oder eingeengt. Dieses ethnisch oder religiös begründete Motiv war bestimmend für die Besiedlung des altindischen Awatara (2480), des türkischen Vatan (2483), des anfangs kommunistischen Polean (2477), von Nova Germania (2481) und Valerius (2482), wo sich die Glaubensgemeinschaft der Valerianer niederließ, um nur einige zu nennen.
Nach der Öffnung der Erde kam der zweite Aufbruch wie eine Explosion. Schnellere Raumschiffe brachten unzählige Siedler zu den Sternen. So wie vor ihnen die Pioniere der neuen Welt, wurden auch diese Kolonisten von der Aussicht auf Abenteuer, Unabhängigkeit, Profit und Aufstieg angetrieben oder von dem Wunsch ein bestimmtes kulturelles Erbe zu bewahren. Friedliche Kontakte mit anderen Rassen brachten auch der daheimgebliebenen Menschheit neue Impulse in Kunst, Religion, Kultur und Technologie.
Die Aufzeichnungen der verfügbaren Datenspeicher ergeben nur ein unvollständiges Bild der damaligen Aktivitäten. Zu groß waren die Entfernungen zwischen den Sternen, als dass sie Forschungsergebnisse an einem zentralen Punkt gesammelt werden konnten. So gingen viele dieser Berichte über Reisen, Entdeckungen und Koloniegründungen verloren, indem sie in abgelegene Datenspeicher eingegeben und dort einfach vergessen wurden. Zu groß war überhaupt die Datenfülle, die von unzähligen Rassen und noch mehr Planeten kam. Jede Rasse mit ihren Eigenheiten und Mentalitäten, jeder Planet mit so vielen Naturwundern, Kulturen und Lebensformen, wie die Erde.
So kann die Geschichte der Menschheit von dem Zeitpunkt an, da sie nach den Sternen greift, nur unvollständig sein. Hier eine Auswahl der wichtigsten und markantesten Ereignisse der ersten Expansion der Menschen zu den Sternen:
2471 Siedlung auf Kullur.
Ein Siedlerschiff transportiert 3000 vor allem japano-kaukasische Auswanderer mit sehr guter Ausrüstung.
2474 Siedlung auf Liberia.
Liberia wird im Gegensatz zur fast zeitgleichen Kullur-Gründung technisch sehr schlecht ausgestattet. Die Siedlung muss sich viele Jahrzehnte gegen schwierige Umweltbedingungen behaupten und wächst deshalb lange Zeit kaum.
2477 Erster Kontakt mit Thoris. Ein Schiff von Astronáutica General mit Capitán Elena Bardem und neun weiteren Besatzungsmitgliedern erreicht Thoris.
Das Thoris-System beherbergt eine für irdische Begriffe sehr fortschrittliche interplanetare Zivilisation. Es gibt keinen bewohnbaren Planeten, aber Gasplaneten und unzählige Habitate, Raumstationen und bewohnte Asteroiden. Das System ähnelt der interplanetaren Zivilisation des Solsystems, die interplanetare Bevölkerung ist aber wesentlich größer. Thoris steht in engem Kontakt mit anderen Völkern der näheren Umgebung. Zwei Besatzungsmitglieder bleiben im Thoris System, um eine Handelsvertretung aufzubauen.
2479 Aufdeckung der Newplace-Verschwörung. Newplace wurde 37 Jahre zuvor angeblich durch einen Raumkrümmer-Unfall zerstört. Die Koalitionsregierung stürzt über die Aufdeckung der Verschwörung.
Tatsächlich wurde bei Newplace illegale KI-Forschung betrieben, die außer Kontrolle geraten war. Der 60 km große Asteroid auf dem sich Newplace befand, war schließlich eingehüllt in eine Wolke von Mini-Bots. Gesteuert wurden die Bots durch bio-feindliche Gestalt-Intelligenzen in quasi-asymptotischer Entwicklung.
Der Asteroid konnte durch eine gemeinsame Aktion mehrerer Systemmächte sterilisiert werden. Dazu wurde eine sphärische Welle von Antimaterie-Explosionen aus großer Entfernung ausgelöst. Die Maßnahme wurde als Unfall mit einem ÜL-Transporter getarnt und führte zum ÜL-Verbot von 2443.
Durch die konzertierte Aktion wurde ein Großteil der verfügbaren Antimaterie verbraucht. Die Folge war ein monatelanger Engpass in der Antimaterieversorgung des mittleren Systems. Die Koalitionsregierung stürzte 2495 über die Aufdeckung der Verschwörung. Einige ihrer Vertreter und Organisationen waren ab 2425 in die illegalen Aktivitäten verstrickt und versuchten die Aufdeckung zu unterbinden. Dies geschah auch mit kriminellen Mitteln.
Der Regierungswechsel führt zu einer neuen anthropozentrischen Politik und 2502 zu den Protektionsgesetzen.
2482 Verabschiedung der Siedlungsgesetze. Nichteinmischung in die Angelegenheiten der Kolonien.
2482 Beschluss zum Aufbau bewaffneter Raumstreitkräfte.
2486 Umsturz der kommunistischen Regierung Poleans.
2489 Eröffnung der ersten regelmäßigen Linien nach Cobol und Polean mit einem bei Thoris gekauften Wellensprinter.
Das Schiff ist sechsmal schneller, als alle im Sol-System hergestellten Triebwerke (25 h/Lj) und kann mehr Ladung transportieren. Es wird auf abenteuerliche Weise von einem Schiffsverwerter im äußeren F-Asteroidengütel des Thoris-Systems erworben. Dafür fliegen mehrere Frachtschiffe Edelmetalle nach Thoris, denn das Sol-System stellt keine technischen Produkte her, die im Thoris-System gefragt wären. Um eine der Thoris-Währungen zu erhalten, werden die Edelmetalle auf dem freien Markt verkauft. Anfangs oft unter Wert, aber im Laufe von drei Jahren wird der Rohstoffhandel professionell. Drei von acht Frachten werden am Umschlagplatz entwendet und müssen durch weitere Flüge ersetzt werden. Eine lokale Wirtschaftskrise und betrügerische Terminkontrakte reduzieren das Vermögen zwischenzeitlich auf ein Zehntel. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden kann einem Rohstoffkartell der Betrug nachgewiesen werden. Ein Großteil des Verlustes wird durch Strafzahlungen des Kartells kompensiert. Nach 5 Jahren sind genügend Vermögenswerte vorhanden, um ein kleines gebrauchtes Frachtschiff zu kaufen. Nachdem der Kauf abgewickelt ist, wird das Schiff von der lokalen Flugsicherheit angehalten und mangels Fluglizenz stillgelegt. Die Crew muss drei Jahre lang an einer Flugakademie für eine Fluglizenz des Thoris-Systems lernen. Strafgebühren, Lehrgangs- und Prüfungskosten erfordern weitere Frachten mit Edelmetallen aus dem Sol-System. Während der Stilllegung wird das Schiff gestohlen. Eine Söldnertruppe von den Babur-Trojanern unter Führung von Akofa Ata kann das Schiff nach 3 Monaten wieder beschaffen. Nach Reparaturen und der (von der Babur-III-Harmonie) gesetzlich erzwungenen Demilitarisierung wird das Schiff endlich ins Sol-System überführt.
2492 Gründung der Volksrepublik Jia im System der Sonne Liming durch Dissidenten und Kritiker der Oligarchie Nordostchinas, vor allem Wissenschaftler und Techniker.
2494 Im System des Industrieplaneten Artu stößt ein Forschungsschiff der ADIC auf ein Sippenschiff der Mercatos. 2496 erscheinen drei Mercatoschiffe im Sol-System und pachten den Saturnmond Rhea als Handelsstützpunkt.
2495 Die Amaterasu geht mit 31.337 Auswanderern verloren. Das Schiff war auf dem Weg nach Kullur und verschwindet spurlos.
Die Amaterasu beginnt die erste Etappe ohne Anzeichen von Problemen. Sie erreicht aber nie ihr Ziel. Das Schiff mit seinen Passagieren wird nach der Marco Polo das erste weithin wahrgenommene Opfer der interstellaren Raumfahrt. Im Laufe der Zeit verschwinden immer wieder Schiffe. Das ist bei fortgeschrittenen Zivilisationen nicht anders und bleibt ein Rätsel.
2498 Freundschaftsvertrag der Koalition mit Artu.
2502 Die Verabschiedung der Protektionsgesetze schränkt die Handelsmöglichkeiten von Nicht-Menschen mit terranischen Planeten ein.
Dieses Gesetz wurde zum Schutz der aufblühenden Handelsorganisationen und der heimischen Schiffsbauindustrie erlassen.
2505 Nach einem Hilferuf von Tawanna an Kisor interveniert eine Flotte der Kisor-Zwillinge und vertreibt irdische Kolonisten von Tawanna.
2509 Intervention der Koalitionstruppen auf Sapio. Nach dreijährigen Kämpfen wird den irdischen Siedlern einer der sieben Kontinente zugesprochen.
2511 Entdeckung der Monolithen von Kanon.
2514 Zirkus Qiji bringt exotische Tiere zur Erde
Xie Huarong bringt mit ihrem "Zirkus der Wunder" außerirdische Tiere zur Erde. Die Selfmade-Milliardärin erfüllt sich einen Kindheitstraum indem sie interstellare Reisen und den Zirkus miteinander verbindet. Sie sammelt auf mehreren entfernten Welten exotische Tiere und zieht mit diesen (und einer Artistentruppe) als Wanderzirkus um die Erde.
Mit 14 hatte sie ihre Werbeagentur gegründet und diese mit 19 an den globalen Memegenerator Sumanget Pisan verkauft. Sie charterte ein Expeditionsschiff von Artu für 3 Jahre und besuchte mehrere Planeten in bis zu 30 Lichtjahren Entfernung. Sie brachte Tiere mit, die sich in der irdischen Sauerstoffatmosphäre dauerhaft wohl fühlen können.
Zwischen 2520 und 2550 dominiert ihr Unternehmen nicht nur den Handel mit außerirdischen Tieren im Solsystem, sondern auch den Export irdischer Tiere.
2546 stirbt Xie auf einer Expedition - weit entfernt von moderner medizinischer Hilfe - nach dem Angriff eines Barphahatti auf Tsenkher.
2517 Wissenschaftliche und wirtschaftliche Hilfe für die Kolonien belasten stark den Haushalt der Koalition. Deshalb teilweise Kommerzialisierung der Forschung durch unabhängige Gesellschaften.
2518 Die Stadtschiffe der Mercatos verlassen den menschlichen Raumsektor.
2521 Gründung der ersten Siedlung auf Rama.
2524 Entdeckung des Schiffsfriedhofs im System der Sonne Duma, 10 Lj von Rama entfernt.
2525 Die Siedlungsgesetze werden nicht mehr strikt angewendet, so dass nicht jede Kolonie ständigen Kontakt zur Erde aufrecht erhält.
2527 Entdeckung des Riesenplaneten Wotan.
2530 Erstbesiedung von Fox.
15 Jahre nach der Besiedlung bittet eine kisorische Religionsfraktion um die Erlaubnis zur Ansiedlung. Nach 2 jährigen Verhandlungen wird ein Vertrag zur Ko-Besiedlung geschlossen. Auf Fox entsteht in den folgenden 30 Jahren eine gemischte menschlich-kisorische Gesellschaft. Die Siedlungsgebiete sind zwar getrennt, es gibt aber vielfältige kulturelle Verflechtungen und Handelsbeziehungen. Etwa ein Fünftel jeder Volksgruppe lebt in den jeweils anderen Gebieten.
2532 Überfall der Kelreci von Miro auf Cobol. Besetzung Cobols.
2535 Majidah Hazama wird als Anwältin der Thoris-Harmonie zugelassen.
Majidah Hazama erhält eine Zulassung als Anwältin an einem allgemeinen Handelsgericht der Babur-III-Harmonie im äußeren System von Thoris. Das ist die erste offiziell anerkannte Funktion eines Menschen bei einer interstellaren Macht der näheren Umgebung.
Majidah Hazama gehörte zur ursprünglichen Besatzung von Astronáutica General, die 2477 Thoris erreichte. Sie blieb als eine von zwei Menschen dort, um eine Handelsvertretung einzurichten. Hazama erstellte bis zur Rückkehr des Schiffs die ursprünglichen Daten für den automatischen Übersetzer. Sie trug ab 2483 wesentlich dazu bei, dass der Kauf des Frachtschiffs bei Thoris doch noch zustande kam, indem sie den vorangegangenen Terminbetrug bei den Behörden zur Anzeige brachte und diese bei den Ermittlungen unterstützte.
Majidah Hazama verließ Astronáutica General 2490. Sie blieb aber im Thoris-System und nutzte ihre Kontakte zu den Behörden der Harmonie, um eine Laufbahn im Rechtssystem zu beginnen. Hazama hatte dabei starke Unterstützung durch einen Clan der Harmonie, der von ihren Aktivitäten während der Handelskrise profitiert hatte.
Majidah Hazama lernte die Handelssprache der Babur-III-Harmonie im äußeren System, um die Aufnahmeprüfung abzulegen. Sie musste einige vorausgesetzte Prüfungen nachholen. Die Zulassung zur Ausbildung dauerte 8 Jahre, die Ausbildung 22 Jahre. Daran schloss sich eine 19-jährige Lehrzeit bei einer lokalen Anwaltskanzlei an. Im Lauf der nächsten 40 Jahre erhält sie weitere Zulassungen für höhere Gerichte bis hin zu einem der zentralen Handelsgerichte.
Majidah Hazama vertritt neben solaren Handelsgesellschaften auch einheimische Klienten. Ihr Fachgebiet ist das Wettbewerbsrecht. Ein Höhepunkt ihrer Karriere ist 2593 die Vertretung von Grolrumdrorar, einem Thoris-Kartell des inneren Systems vor dem höchsten Handelsgericht der Harmonie gegen die solare Handelsgesellschaft Arindhaal Tekanikala Mala. Grolrumdrorar verklagt Arindhaal wegen zu hohen Preisen. Niedrigtechnologie-Gesellschaften, wie die solare tendieren dazu, für Hochtechnologiegüter zu hohe Preise zu zahlen. Das treibt in etablierten Ökonomien die Preise für einige Produktklassen in die Höhe. Nach dem Recht der Babur-III-Harmonie ist das nicht zulässig. Das Handelsgericht verurteilt Arindhaal dazu, niedrigere Preise zu zahlen und dabei nicht weniger Produkte einzukaufen. Das Urteil schließt Arindhaal praktisch vom Thoris Markt aus und belegt die Firma mit einer Strafe. Anschließend wird das Urteil mit einer sogenannten Indirektionspräzedenz ausgezeichnet. Das hat überraschende Folgen für Arindhaal und andere solare Handelsgesellschaften.
Der Vorgang ist eine sog. indirekte Klage, bei der die eigentlich beklagte Partei im Verfahren abseits steht und nur über die Folgen des Urteils betroffen ist. In diesem Fall sind das mehrere Thoris-Kartelle, die mit Menschen handeln und oft Wucherpreise verlangen. Für das Solsystem ist Thoris die nächste Quelle für Hochtechnologie. Die solare Industrie zahlt deshalb hohe Preise in Form von Rohstoffen und Vorprodukten. Um dem Urteil Folge zu leisten, müssen solare Gesellschaften niedrigere Preise erwirken. Das geht teilweise durch Verhandlungen, aber oft nur durch weitere Klagen. Diese Wucherklagen müssen jeweils für einzelne Produkte eingereicht werden. Das ist sehr aufwändig. Aber meistens folgen die Gerichte dem Indirektionspräzedenz-Urteil und verpflichten alle Beteiligten, Bedingungen zu schaffen, die den Geist des Indirektionspräzedenz-Urteils erfüllen. Letztlich werden dadurch alle Fraktionen der Harmonie gezwungen, Menschen nicht zu übervorteilen.
Das höchste Handelsgericht ordnet außerdem die Einrichtung einer Kontrollstelle an, die die Ausführung des Indirektionspräzedenz-Urteils überwachen soll. Die Kosten trägt die unterlegene Partei. Das Gericht setzt Hazama als Vorsitzende der Kontrollstelle ein. Ein Mensch leitet damit die offizielle Kontrollstelle des Harmonie-Handelsgerichts, die dafür sorgt, dass Menschen in der Babur-III-Harmonie keine Wucherpreise zahlen müssen.
(Alle Bezeichnungen und Einrichtungen in menschliche Begriffe übertragen)
2536 Besetzung von Valerius und Kullur durch Kelreci.
Ein Hilferuf der Koalition an Artu bleibt unbeantwortet. Raumkämpfe und gescheiterte Landungsversuche der irdischen Truppen auf Cobol.
2537 Besuch eines Schiffes der Europäischen Forschungsstiftung auf Interia.
2537 Gründung der Kolonie Eden. Dabei Hilfe kisorischer Gilden.
2538 Angriff der Kelreci gegen das Sol-System. Verteidigung mit technischer Hilfe Kisors.
2539 Wundersame Rettung des Spacedomes mit mehreren Mio. Flüchtlingen. Begründung der Spacedome-Legende. Anerkennung als Wunder durch 2 Weltreligionen.
Der Spacedome wird mehrmals massiv beschossen. Er entgeht der Zerstörung angeblich auf wundersame Weise. Die erfolgreiche Abwehr der ersten 2 Angriffe kann - obwohl statistisch sehr unwahrscheinlich (<0.1 %) - wissenschaftlich erklärt werden. Der daraus folgende Ruhm führte dazu, dass sich mehrere Mio. verzweifelte Bewohner aus dem äusseren System dorthin flüchteten. Im Verlauf der dritten Angriffskampagne wurden alle Verteidigungsmöglichkeiten zerstört. Trotzdem erreichte keine der in der Endphase angreifenden Lenkwaffen ihr Ziel. Der Legende nach wurden die Flugkörper abgelenkt durch die gemeinsame geistige Anstrengung von 1.2 Mio. Teilnehmern einer spirituellen Messe. An der Messe nahmen Menschen aller Konfessionen und Religionen teil. Die Messe wurde während der Angriffe organisiert von Werner Zellweger, einem Hindumönch von Nagora (Spacedome-Legende). Die (christliche) Glaubenskongregation im Raum erkannte die unwahrscheinliche Rettung als Wunder an und erhob Zellweger zum Heiligen (Werner von Nagora).
2540 Teilweise Zerstörung der Weltraumstadt Nagora. Wiederaufbau ab 2544.
2543 Erster Kontakt mit der steinzeitlichen Kultur von Yaris.
2544 Die solare Schiffsindustrie erlebt durch die Belagerung einen enormen technischen und wirtschaftlichen Aufschwung und reißt die übrige Wirtschaft mit.
2546 Überraschender Rückzug der Kelreci.
Das Interianische Imperium hatte Miro angegriffen und die Besatzungstruppen waren zurückgerufen worden, um den Heimatplaneten zu verteidigen. Es war die letzte große Flottenaktion des Interianischen Imperiums. Irdische Schiffe folgten den Kelreci und trafen auf die interianischen Einheiten, die den Menschen die Position als Kontrollinstanz für Miro anboten. So kam die Koalition fast ungewollt zu einem Protektorat, dass sich in der Folge als sehr einträglich erwies, in technologischer, wie in wirtschaftlicher Hinsicht.
2547 Erster Kontakt mit T’k’t‘ca einer nahen Methan-Atmer-Zivilisation in 43 Lj. Entfernung von der Erde. 2551 Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Die Biologie der T’k’t‘ca beruht auf einer Methan-Ammoniak Chemie. Sie bewohnen typischerweise Gasplaneten wie Neptun, die aber wesentlich wärmer und gemäßigter sein müssen, sog. kleine Jupiter. Die Vielfalt unter Methan-Atmern scheint etwas geringer zu sein, als unter Sauerstoff-Atmern. Trotzdem gibt es große Methan-Zivilisationen, deren Lebensräume sich mit unseren überlappen. Kontakte sind selten, da es wenige Anknüpfungspunkte gibt. Methan- und Sauerstoff-Zivilisationen interessieren sich für ganz verschiedene Systeme. Es gibt nur wenig Handel. Technische Güter sind meist nicht kompatibel, da sie für andere Temperaturbereiche und Umweltbedingungen bestimmt sind. Austausch biologischer und biochemischer Güter ist nur selten sinnvoll. Man nimmt die Aktivitäten der anderen zwar wahr, geht sich aber meistens aus dem Weg.
2550 Besuch Panol Degans auf Aaron. Sogenannte fünfzigjährige Lehre.
Nicht geschichtlich erwiesen ist, dass Degan als Botschafter Aarons das Alter von 1000 Jahren erreichte. Tatsache ist jedoch, dass in den Sagen mehrerer Völker, die während der Zeit des Kaiserreichs in der Umgebung Aarons entdeckt wurden, der Name Degan vorkommt und mit einem höheren Wesen in Verbindung gebracht wird.
2553 Thaddäus Podgorskis Veröffentlichung "Die Geschichte der Galaxis" erregt großes Aufsehen. Lizenzeinnahmen von ca. 30 Planeten machen Podgorski in kurzer Zeit zum Milliardär.
Die detaillierten Beschreibungen hielten bislang allen Überprüfungen stand. Sie wurden beim Erscheinen verglichen mit den bis zu 5.000 Jahre zurück reichenden Datenbänken von Kisor, mit den 3.000 Lj und 15.000 Jahre weit reichenden Überlieferungen der Mansalu, später mit den 50.000 Jahre alten Archiven der ausgestorbenen Sehala und vielen anderen Quellen. Sie decken sich auch weitgehend mit den Aussagen von Lem, die Frazerio Vinelli aufzeichnete, wobei man inzwischen davon ausgeht, dass die Abweichungen eher Lem zuzuschreiben sind, als Podgorski. Woher Podgorski sein Wissen hatte, ist bis heute nicht geklärt.
2555 Wiederbesiedlung von Tawanna. Nachkommen der 50 Jahre vorher deportierten Siedler beanspruchen die alten Siedlungen.
2557 Entdeckung des Schwermetallplaneten Draco.
2560 Bis 2590 werden die Völker Thoas vor einer planetenweiten Eiszeit gerettet.
2563 Entdeckung des Brandes, einem Raumgebiet von 100 Lj Durchmesser, das vor ca. 30.000 Jahren durch lebensfeindliche Sporen verseucht und vollständig entvölkert wurde.
2566 Besuch einer Expedition im Herrschaftsbereich der Mansalu über 2000 Lj entfernt.
Nach Berichten über Mansalu in vielen Quellen war eine privat finanzierte Expedition zu einer 5 Jahre dauernden Reise aufgebrochen. Der Herrschaftsbereich der Mansalu erwiess sich als sehr großes, aber friedliches und sehr wohlhabendes Reich. Mansalu selbst war äußerst beeinruckendend. Der Begriff Mansalu, den man vorher für den Zentralplaneten eines Herrschaftsbereiches gehalten hatte, stellte sich heraus als ein Komplex von 8 vollvernetzten und -industrialisierten Sonnensystemen im Umkreis von 10 Lichtjahren mit ca. 5.000 Mrd. Bewohnern von denen 95% im interplanetaren und interstellaren Raum lebten. Die netto Informationsaktivität wurde auf das 10 Mio.-fache des damaligen solaren Verbundes geschätzt. Kommunikation und Präsenz ist durch ein gigantisches Relaynetz fast zeitverlustfrei über den gesamten mehrere Lichtjahre großen Raumbereich. Physischer Transport wird über ein vergleichbar gut ausgebautes öffentliches Netz von Konverterstrecken abgewickelt. Reisen ist innerhalb eines Systems quasi instantan und dauert nur wenige Tage innerhalb des Verbunds. Da auch die interstellaren Zwischenräume gut angebunden und schnell zu erreichen sind, lebt ein grosser Teil der realen Bevölkerung tatsächlich in den Oortschen Wolken und im interstellaren Raum weit entfernt von den Sonnen. Es gibt bedeutende Zentren realer und virtueller Bevölkerung (nach irdischen Begriffen) mitten im Leerraum. Tatsächlich ist der Leerraum angefüllt mit Habitaten, V-Clustern, Relays und einer Hierarchie von Konverterstrecken von Fernstrecken bis zum "Nahverkehr".
2568 Entdeckung der goldenen Städte von Lakai.
Die Bauwerke werden berühmt nicht wegen der gewaltigen Mengen Gold, sondern wegen der Komposition als Gesamtkunstwerk.
2570 Entdeckung der stagnierenden Roboterzivilisation auf dem Planeten Solberg 86 III.
2571 Die Handelsgesellschaft Taiyangneng Xiangliao Yinliao Gongsi (TXYG) wird in den Kreis der inoffiziellen Gilden Kisors (Samuk) aufgenommen.
Damit bekommt TXYG Zugang (nur zuliefernden) zu den Transferterminals im Kisor-System. Dort werden Waren aus dem gesamten Einflußbereich Kisors umgeschlagen. TXYG ersetzt Prok Tiel Nam, eine Gilde, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und ihren dekadischen Samuk-Beitrag nicht mehr zahlen konnte. Die Abstandssumme beträgt ca. ein Zehntel der damaligen Rohstoffproduktion im Sol-System. Sie ist über 50 Jahre aufzubringen. Alleine die sofort fällige Anzahlung auf die Abstandssumme saniert Prok Tiel Nam. Die Anzahlung wird von einem Konsortium mehrerer interstellarer Unternehmen gestellt, darunter ein Logistik-Gigant aus dem äußeren Artu-System und Draco Ultra Kov Vyrobca. Die Konsortialmitglieder versprechen sich Exportmöglichkeiten in die Kisor-Sphäre. Sie wollen an der einmaligen Chance, die sich TXYG bietet, teilhaben und müssen dafür den Anteil von TXYG an der Anzahlung übernehmen. Die Samuk-Mitgliedschaft überdauert tatsächlich den Kisor-Krieg. Allerdings wird TXYG vom Krieg hart getroffen, wie viele Unternehmen des Sol-Systems. TXYG und andere solare Konsortialmitglieder müssen 2605 ihren Konsortialanteil verkaufen. Ab 2605 agiert TXYG nur noch als Fassade für die anderen Mitglieder. Dies widerspricht den Statuten des Samuk. Schon die Gründung des Konsortiums war ein Verstoß, der damals aber bewusst toleriert wurde. Die Mitgliedschaft wird deshalb stillgelegt, aber nicht annulliert. TXYG übernimmt 2616 die praktisch wertlosen Anteile der anderen Konsortialmitglieder und erstreitet 2620 vor Gericht die Reaktivierung der Mitgliedschaft. Die Reaktivierung wird rechtsgültig nur 7 Tage nach dem Fälligkeitstermin des dekadischen Samuk-Beitrags. Selbst die gesamte Wirtschaft des Sol-Systems wäre zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage gewesen, den Beitrag aufzubringen. Aber durch das glückliche Timing hat TXYG 10 Kisor-Jahre Zeit, den Samuk-Beitrag zu erwirtschaften und entgeht damit knapp dem Ausschluss. Die Gesellschaft wird zu einem wichtigen Stütze des Wiederaufbaus, da durch die Samuk-Mitgliedschaft der Handelsausschluss unterlaufen werden kann, unter dem bis 2627 nur Gilden zum Außenhandel berechtigt sind.
2574 Gründung der Philosophenschule auf Plato, die in späterer Zeit engen Kontakt mit Aaron hatte.
2576 Bis 2591 Errichtung der ersten Supermetallwerke auf Sadhu im System Ramas.
2578 Beobachtung einer Supernova Explosion aus nächster Nähe.
2578 Rückkehr einer Forschungsflotte, die 2563 gestartet war, um zum galaktischen Rand vorzustoßen.
2579 Entdeckung des sonnenlosen Schwermetallplaneten Silver.
Auch für moderne technische Zivilisationen ist der Abbau natürlicher Rohstoffe meistens günstiger, als die Synthetisierung. Dies gilt vor allem für Transuraniden der stabilen Inseln im Periodensystem. Transuraniden entstehen in der Natur nur bei Supernovae vom Typ O oder B. Und nur ein geringer Teil der erzeugten Elemente clustert im weiteren Verlauf zu abbaubaren Vorkommen. Transuraniden sind in der Regel stark radioaktiv. Sie zerfallen mit sehr kurzen Halbwertszeiten. Nur die Kerne der stabilen Inseln erreichen bei Normalbedingungen Halbwertszeiten im Millisekundenbereich. Manche der sogenannten Supermetalle lassen sich durch äussere Massnahmen soweit stabilisieren, dass sie technisch Verwendung finden können. Supermetalle werden in sehr vielen Präzisionsgeräten eingesetzt und sind deshalb vor allem auch militärisch interessant.
2581 Bis 2584 Rettung mehrerer Völker Checkos vor einer Nova Explosion ihrer Sonne.
Die Rettungsaktion über 3 Jahre werden gemeinsam von der solaren Koalition und 3 kisorischen Gilden getragen.
2582 Veröffentlichung der "Reisen unter fremden Sonnen" durch den Fernhandelsschiffer Kannenberg.
Kannenberg war seit 2525 einer der ersten privaten Fernhändler. Nachdem er als Transportunternehmer im Solsystem sehr wohlhabend geworden war, investierte er schon sehr früh sein gesamtes Vermögen in 2 ÜL-Frachtschiffe. Mit den Schiffen pendelte er 20 Jahre zwischen Sol und wenigen nahe gelegenen Systemen. Danach fast 40 Jahre lang immer mehr auch zwischen fremden Völkern. Seine Mannschaft setzte sich 2570 aus Wesen von 13 verschiedenen Völkern zusammen. Seine Veröffentlichungen waren eine Mischung aus Reportage und Abenteuergeschichte, aber immer gleichzeitig Tatsachenberichte über seine Erlebnisse im Fernhandel. Sie trafen den Trend der Zeit und erreichten gewaltige Auflagen in vielen Medien. Die Geschichten hatten großen Einfluss auf das Bewusstsein der solaren Menschheit, die bis 2550 die interstellare Entwicklung kaum wahrgenommen hatte.
2582 Entdeckung der planetenumspannenden Lebensform Lem.
Die Entdecker benannten den Planeten, bzw. das Lebewesen nach dem terranischen Autor Stanislaw Lem, der eine solche Lebensform beschrieben hatte. Frazerio Vinelli verbrachte 20 Jahre auf Lem und zeichnete unzählige Aussagen, Darstellungen und Projektionen auf, die sich vor allem mit historischen und aktuellen Vorgängen in allen Teilen der Milchstraße befassen. Lem ist offensichtlich in der Lage, beobachtend ohne Zeitverzögerung interstellare Distanzen zu überbrücken, was konventionelle Technik nicht leistet.
2584 Entdeckung und erste Erforschung eines gigantischen Raumschiffes im interstellaren Raum 1 Lj von Ifri, der sog. Koloss on Ifri.
Das Raumschiff hat Zigarrenform mit einer maximalen Abmessung von 200 km und einem Volumen von 630.000 km^3 (!). Der Zustand der Hülle deutet auf ein Alter von mehreren Millionen Jahren hin. Trotz seiner Größe wurde die Konstruktion nur durch einen unglaublichen Zufall im interstellaren Raum entdeckt.
2584 Erstmalige Heilung der Massara Seuche.
Die Massara Seuche ist tödlich für fast alle Kohlenstoff-Wasser-basierten Lebensformen. Sie ist vermutlich eine Mutation der Sporen des Brandes.
2585 Entdeckung der Überreste einer partiellen Dyson Kugel, die vor ca. 18.000 Jahren durch Waffengewalt zerstört wurde.
2586 Umwandlung der Kobesiedlungskommission von Fox in eine planetare Regierung mit Dreikammerparlament.
Die gemeinsame Besiedlung durch Kisori und Menschen verläiuft sehr friedlich und erfolgreich. Vor allem die weitgehende Übernahme des kisorischen Singularismus durch die menschlichen Siedler bildet die kulturelle Basis für die gemeinsame Gesellschaft. 2 Generationen nach der Erstbesiedlung entwickelt sich Fox zu einem wohlhabenden Planeten. Mehrere Unternehmen haben mit dem Rohstoffabbau im erzreichen Asteroidengürtel begonnen.
2588 Einem Schiff von Inaka gelingt die Landung auf Wotan.
2589 Erste Austragung des Raumrennens von der Erde nach Rama (3 Wochen).
2591 Eingliederung der Kolonie Obskon (gegründet 2532) in die 3 Königreiche, deren Zentrum 610 Lj von der Erde entfernt ist.
2592 Veröffentlichung der letzten Bände Podgorskis. 2604 werden seine Angaben von Forschungsreisenden von Mansalu bestätigt.
2593 Eine Freiwilligenarmee von Germania verhindert die Versklavung der Völker Kelans durch Neobarbaren. Zusätzlich Hilfe unbekannter aaronischer Söldner.
2594 Freundschaftsvertrag zwischen Deimas und Germania.
2594 Entdeckung der pflanzlichen Intelligenz von Chulu.
2594 Kriegserklärung der Koalition an Kisor.
2595 Konferenz der äußeren Kolonien im Raumsektor Rama. Neutralitäts- und Unabhängigkeitserklärung.
2595 Gründung des Fernhandelszentrums Ramas.
Die Blütezeit der Menschheit hätte wahrscheinlich noch mehrere Jahrzehnte angehalten, wäre sie nicht durch den ersten Krieg gegen Kisor unterbrochen worden. Vom Krieg waren nur die inneren Kolonien in Richtung Kisors bis 150 Lj, auf der abgewandten Seite bis 80 Lj und die Koalition selbst betroffen. Die äußeren Kolonien v.a. in Richtung galaktisches Zentrum wurden kaum berührt, sodass dort dieses großartige Zeitalter des Aufbruchs weiterleben konnte.

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