Konsolidierung und Protektionismus

In einer Zeit des allgemeinen Niedergangs der Interiasphäre wird die Menschheit in die Entwicklung der interstellaren Umgebung hineingezogen.

Neobarbaren nagten schon immer an den Grenzen interstellarer Gesellschaften indem sie die schwachen Machtstrukturen an den tiefen Grenzen interstellarer Domänen ausnutzen. Sie stellen aber kein Problem dar, solange ein Raumbereich unter der Kontrolle einer starken interstellaren Macht steht. Im Gegenteil: wenn Neobarbaren in der interstellaren Nähe entwickelter Zivilisationen auftreten, dann werden sie relativ schnell in die Gesellschaft eingefügt oder in Schranken verwiesen. Nur dann, wenn keine Großmacht dominiert, bedeuten Neobarbaren ein echtes Problem.
Besonders in der Nachfolge des interianischen Reiches traten viele relativ gut ausgestattete Neobarbarenvölker auf. In den Randbereichen Interias wurde diese Entwicklung durch 2 Faktoren begünstigt: in der Endphase des Imperiums standen aus gesellschaftlichen Gründen nur sehr wenige raumflugfähige Individuen zur Verfügung. Interia hatte deshalb die durchschnittliche Mannschaftsstärke stark reduziert. Die Raumschiffe, vor allem die kämpfenden Einheiten, waren stark automatisiert und selbstwartend. Fast alle verfügten über eine KI, die einfache Steuerung durch natürliche Sprache ermöglichte, wenn auch die interianische Sprache dafür erlernt werden musste, da die KIs meistens als Minimalschutz keine Übersetzerausgaben akzptierten. Die Einheiten konnten relativ leicht auch ohne technische Kenntnisse übernommen und bedient werden.
Andererseits war es von Beginn an interianische Politik gewesen, nicht-interstellarflugfähige Völker und Gesellschaften aufzuspüren und in ihr Imperium einzugliedern. Während des Niedergangs wurde die aufwendige Einbindung neuer Völker immer schwächer verfolgt. Dadurch waren zur Zeit des Niedergangs viele primitive Gesellschaften kontaktiert, aber nicht nachhaltig in die interstellare Gesellschaft integriert. Von diesen Völkern ergriffen viele die Gelegenheit, sich interianische Ausrüstung anzueignen. In vielen Fällen wurde Gerät ohne Wissen und Einwilligung Interias übernommen. Fremde Völker kaperten Transporter und Kriegsschiffe oder räumten sogar mit eigenen Interplanetarschiffen interianische Depots aus. Viele Depots waren auch gerade in der Nachbarschaft von potentiellen Hilfsvölkern angelegt und wurden von diesen nach kurzer Dienstzeit als Söldner komplett übernommen, als die Zentralmacht plötzlich implodierte. So kam es, dass in den Jahren 2400 - 2600 hochentwickelte Ausrüstung in die Hände von Völkern oder Individuen fiel, die mit der Machtfülle nicht so verantwortungsvoll umgingen, wie sich entwickelte Gesellschaften dies wünschen würden.
Kisor, das einst Regionalzentrum des Interianischen Imperiums gewesen war, war nicht mehr in der Lage den Raumsektor zu schützen. Kisor litt nach einem systeminternen Umsturz unter dem Verlust des Gildesystems, schweren Wirtschaftsproblemen und inneren Konflikten. Dazu kamen nationalistische Tendenzen, mit denen Kisor die geerbte Verantwortung für den Sektor abstreifte.
2721 Überfall der Erui auf Novem (206 Lj), 2 Jahre später Gelam (142 Lj, Kelaner) und Gemeen (355 Lj, Kelaner), danach Lishi (280 Lj, Menschen). Innerhalb von 20 Jahren noch 43 weitere Systeme.
2723 Errichtung von Raumschutzzonen im Solsystem.
Wie viele andere Systeme sperrt auch das Solsystem den Zugang zu den Kernwelten für fremdrassige Schiffe. Anfangs werden Schiffe anderer Hochkulturen ausgenommen. Innerhalb von 20 Jahren wird es aber zur Regel nur noch lokal registrierte Schiffe zuzulassen. Alle Waren müssen im freien Raum umgeladen werden. Der Handelsverkehr wird dadurch erschwert. Im Solsystem, wie in vielen anderen Zentralsystemen, entstehen im freien Raum große Frachtterminals und Umschlaghäfen. Die Terminals werden so groß und wertvoll, dass sie später dezentralisiert werden müssen, was den Warenaustausch weiter verteuert.
2726 Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen von Kisor Beta und der Handelsgesellschaft Abdallah Enterprises von Demeter.
2729 Überfall der Lochnagar, einem Stamm der Auchentosanerhorden, auf Lishi.
Lishi ist ein hochindustrialisierter Planet, wird aber völlig überrascht und hat auch keine bedeutenden Verteidigungseinrichtungen. Das System ist eng mit der interstellaren Zivilisation und besonders mit den anderen von Menschen bewohnten Planeten verbunden. Eine grosse Zahl von Flüchtlingen verteilt sich auf die umliegenden Systeme. Spätestens mit dem Überfall auf Lishi wird der solaren Menschheit das Neobarbarenproblem bewusst.
2730 Als erster Nichtkalahner gewinnt der Mensch Domino Hacomini Bozo den Drachenflugwettbewerb auf Kalah.
Die Drachenregimenter sind die fliegende Kavallarie des planetaren Herrschers. Ausgewachsene Kampfdrachen erreichen eine Spannweite von 15 m und tragen bis zu 100 kg. Alle 3 Kalah-Jahre werden die Drachenflugmeisterschaften durchgeführt. Dabei müssen die Teilnehmer ihre Geschicklichkeit bei der Beherrschung der Drachenwesen beweisen. Die Drachen sind relativ intelligent auf der Stufe von irdischen Primaten. Die Beziehung zwischen Herr und Drache ist deshalb sehr stark und ähnelt eher einer Partnerschaft, als einem reinen Nutztierverhältnis. Die Familie Bozo gehört seit 3 Generationen zu den fliegenden Garden des planetaren Herrschers. Der Mensch Domino Hacomini Bozo wurde unter starken Protesten der einheimischen Teilnehmer zum zweiten Mal zugelassen. Er erreichte das Unmögliche indem er den Wettbewerb gewann, obwohl die Symbiose zwischen Mensch und Drache im allgemeinen schwächer ausgeprägt ist, als die Beziehung zwischen Kalahnern und ihren Drachen. Dieses Ereignis zeigt, dass sich viele Menschen inzwischen stark von der Erde gelöst haben und sich in neuen Umgebungen eingelebt haben und dort ihren Platz einnehmen. Es gibt inzwischen Menschen, deren Familien seit Jahrhunderten auf anderen Planeten zusammen mit anderen Völkern leben und die noch nie etwas von der Erde gehört haben.
2731 Plünderung von Artus (253 Lj) durch Barbaren mit Hilfe von Schiffen aus den Beständen aufgegebener interianischer Stützpunkte.
2731 Kisor tritt dem kisorischen Völkerbund bei.
Der Völkerbund ist eine Organisation zum gegenseitigen Beistand. Er wurde gegründet von mehreren alten kisorischen Siedlungen im Randbereich der alten Interia Domäne. Während der Gildezeit betrachteten weder Kisor noch diese Völker selbst sich als kisorische Kolonien. Diese Einstellung änderte sich parallel zum Aufstieg des kisorischen Nationalismus. Viele Mitglieder des Völkerbunds verstanden sich als Kisori und als Teil der alten kisorischen Zivilisation. Mit dem Beitritt des Kisor Systems übernimmt Kisor faktisch die Führung des Militärbündnisses.
2732 Entdeckung der steinzeitlichen Kulturen auf Trobins Planet (152 Lj) durch Kundschafter von Kisor.
Der Planet verfügt über eine große Zahl von gefragten Handelsgütern, vor allem biochemische Grundstoffe.
2734 Gabriele von Pellworn wird zur Regentin von Makadam auf Adrian. Als Dank für ihre Verdienste in den Erbfolgekriegen Makadams wählten die Adrianer die Familie von Pellworn für 64 Adrianjahre (230 Jahre) zur Erbdynastie.
Gabriele von Pellworn, die Kommandeurin einer Söldnertruppe von Germania, hatte im Auftrag eines lokalen Fürsten in die Erbfolgekriege auf dem Makadam Kontinent eingegriffen. In dem 4 Jahre währenden Einsatz gelangte sie zu einem legendären Ruf unter der einheimischen Bevölkerung. Unter anderem bewahrten ihre Leute 300.000 Bürger ersten Grades (35 Mio. anderer Grade) im südlichen Makadam vor einer meteoriteninduzierten Flutwelle. Sie setzte 3 den Frieden sabotierende Fürsten durch Volksaufstände ab und rettete die Dritteltochter des rechtmäßigen Herrschers von Makadam. Nachdem der Friede wieder hergestellt war, verzichtete dieser allerdings auf den Thron und das Volk proklamierte von Pellworn zur Regentin für 1 Adrianjahr. Die Adrianer widersetzten sich ihrem Rücktritt nach dieser Zeit und wählten sie zur Erbkönigin. So entstand ein fremdrassiges Herrschertum mit Zustimmung der eingeborenen Bevölkerung (ersten Grades). Gabriele von Makadam regierte 110 Jahre. Während der 120-jährigen Herrschaft ihrer Tochter schloss sich ganz Adrian freiwillig der makadamischen Hegemonie an.
2735 Befestigung des Sol-Systems nach Überfällen von Neobarbaren in der interstellaren Nachbarschaft. Gleichzeitig Beginn der sog. Goodwill-Kampagne.
Mit der Kampagne sollen Neobarbaren zivilisiert werden. Die Kampagne wird mit großem Aufwand vorangetrieben und fast vom gesamten Sol-System mitgetragen. Die Erfolge sind allerdings begrenzt. Andere Völker und Machtbereiche folgen dem Beispiel nicht wie vorgesehen. So bleibt der Umfang der Bemühungen insgesamt zu gering im Vergleich zur Dimension des Problems. Die Kampagne hatte aber doch positive Auswirkungen. Wie spätere Forschungen ergaben, brachen die Leccianer ihren ersten Angriff auf Cobol deshalb ab, weil der Kommandant im Rahmen der Goodwill-Kampagne einige Menschen schätzen gelernt hatte. Dies gab Cobol 2 Jahre Zeit, eine Verteidigung aufzubauen mit der das Cobol-System die folgenden Wellen gut überstand. Damit war die Goodwill-Kampagne ein wichtiger Wegbereiter für den späteren Aufstieg Cobols.
2735 Einsatz von Söldnern zum Schutz von Geleitzügen aus dem Solsytem.
Die Geleitzüge starten an den Raumterminals Nord, nördlich der Ekliptik, und Neptun. Für Söldner werden später permanente Stützpunkte eingerichtet. Rekrutiert werden vor allem Privateers aus Hochkulturen und deren Kolonien. Später aus Kostengründen aber auch Mannschaften von primitiven Planeten, denen die Schiffe gestellt werden. Der Fernhandel ist auch dadurch betroffen, dass immer wieder Handelspartner überfallen werden, unter fremde Herrschaft geraten oder Wirtschaftskrisen erleiden. Das Währungssystem bricht zusammen. Die Börsen auf Erde, Cobol, Sterge, Lishi und anderen Menschenplaneten erleiden schwere Verluste von bis zu 95% innerhalb von 10 Jahren. Anderen Volkswirtschaften der Umgebung, wie Kisor und Yaris, geht es nicht besser.
2736 Entdeckung der unsterblichen Swesda.
In einem natürlichen entwickelten Mechanismus speichert die Lebensform vor dem biologischen Tod ihre Identitätsmuster und Erinnerungen. Ein selbstgezeugtes Kind nimmt die Matrix auf und wird damit zur Wiedergeburt des Individuums.
2737 Dellianer und Allen plündern im äußeren Solsystem. Es entsteht großer Sachschaden. Ein Verbund von Miliz- und Polizeischiffen kann die Angreifer zurückdrängen. Die Koalitionsflotte greift nicht ein.
Die Verteidungung des Solsystems ist aufgrund der politischen Zersplitterung nicht zentral organisiert und reagiert nur langsam. Die wenige Jahre zuvor begonnenen Befestigungen sind noch nicht bereit. Das Solsystem gilt bei den Barbaren als leichte Beute. Dies entspricht zum Teil der Wahrheit. Die Wirtschaft des Solsystems hat sich in der langen Friedensperiode hervorragend entwickelt. Trotz der den finanziellen Verluste der vorangegangenen Jahre bietet das Solsystem für Plünderer einen enormen Reichtum an Gütern, Einrichtungen und industrieller Substanz. Das Solsystem erlebte eine historisch beispiellose Friedensperiode mit nur kleinen Konflikten. Es gibt keine wesentliche Kriegsflotte. Viele Mächte im System und auf der Erde bauen seit dem Lishi-Vorfall Verteidigungskräfte auf. Vorrang hat aber immer noch die Goodwill-Kampagne.
2738 Sklavenaufstand in Benut/Yaris. Der Aufstand greift schnell auf das ganze System über. Befreite Sklaven tragen den Aufstand zu anderen Welten des Imperiums. Das Imperium fällt innerhalb von 2 Monaten.
Sklavenräte aus Mitgliedern verschiedener Rassen übernehmen die Macht auf Yaris und anderen Planeten. Eine bemerkenswerte Integrationsfigur, der Dellianer Krell, bildet eine Art Wanderregierung im ehemaligen Imperium und bindet alle wichtigen Fraktionen und Räte ein. Die Lage stabilisiert sich abgesehen von kleineren Konflikten. Krells Vision ist ein friedliches Miteinander aller ehemaligen Sklaven auf den Welten des ehemaligen Imperiums von Yaris.
2739 Kisor interveniert im Khe-Ti-San System und rettet die Bewohner des 3-Planetensystems vor den Übergriffen der Mirianischen Söldner. Das System bleibt unter Kisors Hoheit.
Der Honold von Ti, einem der 3 Planeten, hatte Kisor zu Hilfe gerufen. Kisor installierte in der Folge eine starke Flottenbasis. Khe-Ti-San finanziert fast vollständig den Unterhalt der Schutztruppen. Faktisch okkupiert Kisor das System und muss sich schon bald mit einer aktiven und gewalttätigen Befreiungsbewegung auseinandersetzen.
2740 Entdeckung der gasförmigen Lebensformen auf Wotan (Bavandara von Wotan).
Die Individuen sind sehr groß (bis 500 km). Sie sind definiert durch die stationäre Einhüllende von Turbulenzfamilien, die in der Atmosphäre für lange Zeit stabil bleiben. Im Inneren finden komplexe stoffwechselartige Prozesse statt. Systeme von Mikrowirbeln transportieren Energie und Informationen zwischen Untereinheiten. Die Wesen nehmen an der Oberfläche kinetische Energie der Atmosphäre auf. Die Energiespeicherung geschieht ebenfalls kinetisch in elliptischen Attraktoren. Sie können sich fortbewegen und scheinen dabei energiereichen Regionen der turbulenten Atmosphäre zu folgen.
2741 Ausdehnung des kisorischen Einflussbereichs unter der merantischen Diktatur auf umliegende Sonnensysteme.
Daraufhin Proklamation der kisorischen Domäne. Das Ereignis stellt einen Wendepunkt in der kisorischen Politik dar. Zum ersten Mal seit 800 Jahren wird die kisorische Politik offen imperialistisch definiert. Äußerer Grund dieser Entwicklung ist die Notwendigkeit, sich und befreundete Völker vor Neobarbaren zu schützen.
2742 Entdeckung des Deepspace-Grids in 3 Lichtwochen Abstand von Sol.
Zweck und Herkunft des Grids bleiben trotz intensiver Untersuchung ungeklärt.
2743 Konfrontation im Fox-System zwischen Fox II, dem bewohnbaren Planeten und der Föderation im Asteroidengürtel. Rohstoffembargo gegen den Planeten. Vollständiges Handelsembargo des Planeten gegen das mittlere System.
2 Jahre später wird der Durchflug des Asteroidengürtels für Schiffe des inneren Systems gesperrt. Das innere System ist von Energielieferungen abgeschnitten. Die Energiepiraterie nimmt zu und wird teilweise von planetaren Fraktionen unterstützt. Nachdem Vermittlungsversuche scheitern, unternimmt das innere System große Anstrengungen, seine Rohstoff- und Energiebasis umzustellen. Das mittlere System ist vor allem von Luxusgütern abgeschnitten. Rohstoffe für die Lebenserhaltung gewinnt das mittlere System dagegen von den Gasplaneten.
2744 Erneuter Überfall eines Dellianerstamms auf das Solystem. Die Angreifer zerstören Teile der neuen Befestigungen und Fernwaffen. Sie dringen bis zum Mars vor und plündern im Mars-Orbitalring. Verluste von ca. 80.000 Menschenleben (15.000 permanent) und gewaltiger Schaden am Marsring.
Der Angriff war anscheinend gut vorbereitet, denn Verteidigungsanlagen wurden durch Kommandounternehmen sabotiert. Untersuchungen zeigen später, dass dellianische Agenten sogar schon Monate vorher als Touristen kamen. Im Solsystem sind zu jeder Zeit Millionen Fremde als Touristen, Einwanderer, Arbeiter oder Geschäftsleute unterwegs. Die militärische Sicherheit wurde offensichtlich vernachlässigt. Das gleiche gilt für die Verteidigungsflotte. Die Koalition ist selbst zersplittert, da die Nationen der Erde sehr weitgehende Autonomie genießen. Die Koalitionsflotte war einst eine mächtige Streitmacht wieder aufgebaut aus den Ruinen des Kisorkriegs. Sie wurde während der Friedenszeit immer weiter reduziert und besteht nur noch aus wenigen alten Einheiten. Seit langer Zeit werden die gut bezahlten und ruhigen Posten der Flotte als Belohnungen vergeben. Das Personal der Koalitionflotte klammert sich an die ruhmreiche Vergangenheit, ist aber in vielen Fällen inkompetent und untrainiert. Der Überfall wenige Jahre zuvor hatte noch wenig Auswirkungen auf die öffentliche Meinung, da er sich nur in den Randbereichen abspielte. Das aktuelle Ereignis aber trifft den Kern der solaren Zivilisation. Die Katastrophe beendet die Goodwill-Kampagne und löst hektische, aber unkoordinierte Verteidigungsanstrengungen aus.
2744 Ermordung von Krell auf Yaris. Viele Fraktionen rufen eigene Herrscher aus und bekämpfen sich gegenseitig. Das Sklavenimperium eruptiert in Bürgerkriegen.
Nach der Revolution galt das ehemalige Imperium mehrere Jahre als Beispiel für ein friedliches Zusammenleben vieler Völker. Stabilität, Toleranz und Wirtschaftskraft rufen Bewunderung hervor. Sogar die ehemaligen Herren des Imperiums werden friedlich integriert. Die provisorische Regierung bekommt viel Unterstützung von benachbarten Nationen, sowohl politisch, als auch wirtschaftlich. Aber anscheinend war die Stabilität nur dem charismatischen Führer zu verdanken. Nach seinem Tod löst sich der Verbund auf und zieht die Umgebung mit in den Abgrund. Yaris hatte vor allem primitive Völker der Umgebung versklavt. Die Sklaven suchen den Kontakt zu ihren Heimatwelten und scheuen sich nicht, diese zu bewaffen, um andere Fraktionen und Völker zu bekämpfen. Das industrialisierte Imperium von Yaris wird zu einer Quelle von Hochtechnologie für viele Völker niedriger Entwicklungsstufen und verschärft damit das Neobarbarenproblem. Die gesamte Region geht in Flammen auf.
2745 Pferdekopfallianz. Eine Gruppe von Menschenplaneten in Richtung des Pferdekopfnebels von der Erde aus gesehen verbündet sich mit anderen Völkern zur gemeinsamen Abwehr. Dazu gehören auch die 3 Königreiche und Grenzgebiete zu Yalung.
2746 Übergriffe von leccianischen Söldnern auf Cobol abgewehrt. Die Leccianer wenden sich gegen Valerius und beschädigen die interplanetare Zivilisation schwer. Die Koalitionsflotte, die ausgerückt war, um Cobol zu Hilfe zu kommen, erleidet eine schwere Niederlage bei Valerius.
2748 Der Fernhandel geht stark zurück, da die Handelsrouten unsicher werden.
Konflikte zwischen Erui, die ihre Eroberungen verteidigen und Leccianern im Sektor des Solsystems. In Richtung Kisor sind vermehrt Lochnagar und andere Auchentosanerstämme. Erui haben in 40 Jahren einen ausgedehnten Bereich des ehemaligen Interianischen Imperiums erobert. Sie halten die Gebiete aber nicht dauerhaft, sondern werden immer wieder von anderen Völkern vertrieben und ziehen dann weiter. Dem Gnumanti-Erui Fürst Phem Taize gelingt es zeitweise, die Fürstentümer zu einen. Damit entsteht eine Macht in besorgniserregender Nähe zum Solsystem. Die Fürstentümer sind weiterhin mobil, bewegen sich aber seit der Ausrufung von Fürst Taize zum Flottenführer koordiniert. Etwa 10% der zur menschlichen Späre gerechneten Planeten hatte in den letzen 40 Jahren eine Erui-Herrschaft zu erleiden.
2749 Bewaffnete Konflikte zwischen Konvoibegleitern aus dem Solsystem und kisorischen Schiffen. Kisor vertritt eine Embargopolitik gegenüber allen Völkern, die mit Barbaren handeln oder den Handel von Fraktionen tolerieren. Dabei fasst Kisor den Begriff der Neobarbaren sehr weit und schliesst auch weniger entwickelte Menschenwelten mit ein.
2750 Argus, ein elektromagnetisches Teleskoparray im intergalaktischen Leerraum, effektiv 4000 Lj. über und unter den Außenbereichen der galaktischen Scheibe, geht nach 45 Jahren Bauzeit in Betrieb.
Tatsächlich besteht Argus aus einer Lichtjahre großen Reflektor-Phalanx außerhalb der galaktischen Scheibe und zentral positionierten Observatorien in denen Daten gesammelt und korreliert werden. Das Auflösungsvermögen von Argus erlaubt es, Sonnensysteme in anderen Galaxien zu untersuchen, allerdings nur mit der Verzögerung durch die Lichtgeschwindigkeit. Argus wird auch für die Beobachtung unserer eigenen Milchstraße eingesetzt, vor allem für astronomische und historische Untersuchungen. Als Instrument für taktische Aufklärung ist Argus aufgrund der Licht-Verzögerung nicht praktikabel.
2751 Dellianer fallen in das Solsystem ein. Sie werden von den Streitkräften des Systems gehindert, ins innere System vorzudringen.
Die Streitkräfte des Solystems gehen trotz der seit 25 Jahren andauernden Bedrohung nicht effizient und koordiniert vor. Jede Fraktion des Solsystems stellt sich den Eindringlingen allein entgegen. Wirkliche Entlastung schaffen erst leccianische Söldner von Valerius, die die Dellianer vertreiben können.
Die Leccianer waren von der Koalition angeworben worden. Sie bekommen dafür einen Stützpunkt im Uranus System und demilitarisierten Zugang ins innere System. Mars wird zu einem wichtigen Umschlagplatz für geplünderte Güter. Im Gegenzug beteiligen sich Leccianer an der Sicherung des Systems. Kisor protestiert gegen das Abkommen.
2753 Entdeckung der Qi, einer KI-Zivilisation im Solnet, dem verteilten, öffentlichen Netzwerk des Solsystems. 2758 Aufnahme diplomatischer Beziehungen und Abschluss eines Freundschaftsvertrag zwischen der solaren Koalition und den Qi.
Bei Qi handelt sich um Netzleben in einem virtuellen Ökosystem mit einer Bevölkerung von bewussten KI-Wesen. Qi liegt nicht direkt im Solnet auf lokalisierten Verarbeitungsknoten, wie andere Simulationen, sondern es besteht aus den komplexen Amplituden des Informationsrauschens im Solnet. Letztlich nutzen die Qi mit ihrem Ökosystem nur die Blindleistung im Solnet. Die Qi waren sich dessen nicht bewusst. Sie können nur begrenzt die Schwingungszustände beeinflussen aus denen sie bestehen. Sie sind deshalb nicht in der Lage auf die reale Information im Solnet zuzugreifen oder diese zu zu manipulieren. Mit anderen Worten: die Qi stellen keine Gefahr dar. Umgekehrt ist das Schwingungsverhalten des Solnet nicht ohne große Strukturanpassungen zu ändern. Ob Qi sich selbst entwickelt hat oder eingefügt worden ist, bleibt unklar. Tatsache ist, dass in Qi Evolution stattfindet.
2755 Entdeckung der Supra-Zone, ein ca. 200 Mio. km großen Bereich im interstellaren Leerraum in dem die Vakuumlichtgeschwindigkeit variiert (750 Lj. vom Solsystem)
In einigen Teilen der Supra-Zone ist die Lichtgeschwindigkeit um bis zu 30% höher. Durch Ausnutzung der Verhältnisse in der Supra-Zone können Materialien mit besonderen Eigenschaften hergestellt werden. Die Supra-Zone ist deshalb sehr wertvoll und schnell zwischen den umliegenden Machtbereichen umstritten. Da sich die Supra-Zone im interstellaren Raum befindet, erheben viele Mächte Anspruch: die Ter, deren Sonnensystem am nächsten liegt, ein mobiles interspezielles Tera-Habitat ("Lichtburg“), das tatsächlich zufällig in nur 3 Lichtwochen Entfernung an einem Einzelgängerplaneten verankert ist, Askon, Marui, die Edar-Föderation und das Melfiden-Konglomerat aus der näheren Umgebung, Marui-Son, eine alte Marui Kolonie, von wo ein Schiff als erstes Naherkundung durchgeführt hatte, Triamant, ein V-Cluster, der als erster einen physische Präsenz direkt an der Supra-Zone etablierte, 14 verschiedene k'tkik'tkup't Kollektivwesen, die irdische Kolonie Dewa, da astronomischen Messungen von dort erste Hinweise gegeben hatten, die solare Koalition, die sich als Dachorganisation irdischer Kolonien betrachtet, Kisor und das Telugu-Imperium aus jeweils ca. 200 Lj. Entfernung, Yalung, deren Machtbereich Mansalu zwar mehr als 800 Lj entfernt ist, die die Supra-Zone aber aufgrund ihrer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung zum Wohle aller Völker sichern wollen.