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Markteinführung des beliebten Kinder Gen-Baukastens "Darwin".

Darwin von Jogos Ubirajara ist der erste Gen-Baukasten, der die Herstellung künstlicher Lebensformen auf spielerische Weise abbildet. Die Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren.

Der Baukasten enthält einen intuitiven Gen-Designer mit HUD-Schnittstelle. Der Designer dient dazu, Organismen zusammenstellen. Die Grundform ist ein Omnipod, ein vollständig künstliche Lebensform. Der hier verwendete Omnipod ist eine angepasste, vereinfachte Variante der weit verbreiteten H8Z2(b)-Linie, der Standardplattform unzähliger wissenschaftlicher Experimente.

Im Gen-Designer wählt und kombiniert man die gewünschten Eigenschaften. Eine große Bibliothek von vorgefertigten genetischen Merkmalen steht dafür zur Verfügung. Der Designer wird über Neuroimplantate (Nimps) bedient. Da viele Kinder erst nach der Pubertät ihre Nimps bekommen, lässt sich der Designer auch mit VR-Brille und sogar per Panorama-Tapete bedienen.

Ist das Design abgeschlossen, dann kann der Organismus hergestellt werden. Ein Chromosom-Drucker synthetisiert die DNA. Der Drucker braucht dafür typischerweise ein paar Stunden. Er kommentiert den Fortschritt mit lehrreichen Animationssequenzen. Dabei erfährt man welche Gene und Eigenschaften gerade gebaut werden. Man kann so den Entstehungsprozess im Detail verfolgen. Der Drucker kapselt schließlich das fertige Genom in eine künstliche Zellkernhülle.

Per virtuellem Drag-and-Drop übergibt die Benutzerin den Kern dann aktiv an die Wachstumseinheit, den sogenannten Crescer. Dort wächst aus der ersten Zelle der Organismus heran. Der Crescer ist ein vollautomatisches Wachstumssystem mit allen notwendigen Ernährungs-, Reinigungs-, und Kontrollfunktionen. Im Starterset enthalten ist Wetware für zehn Läufe: zehn neutrale Basiszellen und zehn Einmal-Wombs (Softkokons mit biologischem Adapter zum Crescer) mit je 20 ml Kapazität.

Zwei Liter beigefügte Nährlösung mit allen proteinogenen Aminosäuren reichen dank der patentierten Recyclingtechnik des Wachstumssystems für bis zu 200 g Lebensformen. Die Verbrauchsgüter lassen sich leicht nachbestellen. Der integrierte Monitor ordert rechtzeitig neues Material. Ein Refill-Abo wird empfohlen, um ungebremsten Spielspaß zu gewährleisten.

Mit dem Aufbaukasten "Sequenzierer" kann man das Genom von Lebensformen analysieren und deren Gene der eigenen Bibliothek hinzufügen. Zum Beispiel lassen sich die Gene von Hautpigmenten aus vielen Pflanzen gewinnen. Die Kombination von Genen aus verschiedenen Quellen erfordert einige Übung, da Gene miteinander interagieren. Eine zusätzliche Simulator-Software als Addon kann da helfen. Der Simulator spart Fehlversuche, die nur unnötig Material verbrauchen, aber nicht lebensfähig sind.

Für Fortgeschrittene gibt es einen Protein-Designer in dem funktionale Gruppen gezielt erstellt werden können. Die Kernkomponente ist ein integrierter Protein-Folder, der auch im Profi-Bereich eingesetzt wird.

Neben dem Omnipod stehen andere Plattformen als Upgrade zur Verfügung. Jede Plattform kommt mit einer eigenen Merkmalsbibliothek. Jogos Ubirajara legt sehr großen Wert auf eine gute Abstimmung zwischen Plattform und Merkmalsbibliothek und auf die uneingeschränkte Kombinierbarkeit der Merkmale.

Mit Sequenzierer und Protein-Designer kann man neue Merkmale entwerfen und veröffentlichen. Schon nach kurzer Zeit sind hunderte neue Merkmale im Umlauf. Zum Teil werden sogar wissenschaftliche und kommerzielle Genvorlagen für die "Darwin" Plattformen adaptiert. Natürlich kann man auch komplette Designs, Gen-Templates bestehend aus funktional abgestimmten Merkmalen herunterladen und ausprobieren.

Manche Designs haben praktische Anwendungen, wie das "Flusenpod"-Template aus dem ein kleines eiförmiges Wesen entsteht, das auf vier Stummelbeinen läuft, unermüdlich Staub in der Wohnung einsammelt und von der Darwin-Nährlösung lebt. Den passenden Nährlösungsspender kann jeder handelsübliche Drucker herstellen.

Ein bemerkenswertes Design ist der Meerk4t-Flyer. Ein flugfähiges Wesen, das über einer bestimmten Stelle kreist und einen Pfiff abgibt, wenn sich ein anderer Mensch nähert. Für so komplexe Funktionen braucht man allerdings das ZNS-Level-3 Upgrade für den Crescer und 100 ml Wombs.

Der CGC (Chaos Gene Club) zeigt wie man Darwin hacken kann. Die Tüftler verwenden Darwin, um biometrische Verifikation zu täuschen. Sie sequenzieren eigene (oder fremde) menschliche DNA und stellen daraus DNA-treue Fingerabrücke her. Fingerabdrücke, die nicht nur das richtige Muster aufweisen, sondern auch DNA-Flashtests standhalten (Template "Goldfinger"). Mit einigem Aufwand ist es sogar möglich, künstliche Augen herzustellen, die Retina-Muster für Zugangskontrollen perfekt imitieren.

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Eter, ein neues Paradigma in der Datenverarbeitung revolutioniert die Informationstechnologie.

Während der traditionelle Ansatz auf Rechenknoten und Datenpaketen basierte, führt der wachsende Einsatz von Eter-Technologien zu einer weitgehend delokalisierten und kollektiven Leistungserbringung.

Obwohl Ausfallsicherheit das wesentliche Designziel des Internets im späten 20. Jahrhundert war, wurden im 21. Jahrhundert mit Internettechnologien vor allem hierarchische und zentralisierte Systeme geschaffen. Aus Sicht der Anwender ist Informationsverarbeitung zwar allgegenwärtig verfügbar. Aber selbst Grid- und Cloud-Architekturen sind nur scheinbar verteilt. Letztlich werden Verarbeitungs- und Speicherleistungen in Rechenzentren erbracht und über Netzknoten zu Anwendern geleitet. Das ändert sich nun. Delokalisierung macht die Netze immun gegen den Ausfall einzelner Knoten. Datenverarbeitung wird nicht mehr von dedizierten Verarbeitungseinheiten mit entsprechender Software erbracht und Informationen sind nicht mehr an mehreren Stellen "redundant gespeichert", sondern assoziativ delokalisiert. "Interferenz" und "Flow" ersetzen Begriffe wie "Server" und "Backbone". Norware, ein IT-Konglomerat aus Skandinavien, das nach Yksityis-Grundsätzen geführt wird, ist dabei weltweit führend.

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Einweihung von Gemini, einer großen privaten Raumkolonie in Erde-Mond L5.

Gemini ist eine sogenannte O'Neill-Raumstation. Sie besteht aus zwei fünf Kilometer langen und ein Kilometer durchmessenden Zylindern. Das Baumaterial stammt vor allem vom Mond. Die Bauzeit war 25 Jahre.

Gemini wird schnell zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum extrem hoher Erdorbits (XEO) einschließlich des Mond-Orbits, L4/L5 und geostationären Umlaufbahnen (GEO).

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Ein kommerzielles Bergwerksschiff startet zu einem Asteroiden.

Die Ausrüstung besteht zum Großteil aus Komponenten für Fusionsfackel-Triebwerke, die auf Kometenkernen installiert werden, um diese in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Das ist das erste rein kommerzielle Unternehmen. Vorher hatte es schon viele wissenschaftliche Missionen zu Asteroiden gegeben. Es gab "Landungen" auf Asteroiden und mehrere Forschungsprojekte brachten kleine Asteroiden in eine Erdumlaufbahn. Deren Material wurde auch schon für Konstruktionen im Orbit verwendet.

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Entwicklung bewusster künstlicher Intelligenz.

Der Softwarekomplex MAGNON lief seit 2120 im Labor. Er wurde mehrmals aufgerüstet und entwickelte ab 2125 Bewusstseinsfunktionen in mehreren Stufen.

Die für KI notwendige Rechenleistung und Komplexität war schon seit ca. 2040 kommerziell verfügbar, ab 2070 auch für Endverbraucher. Die Rechenleistung wurde verwendet für perfekte Simulationen scheinbar intelligenter Aktion und Reaktion, ohne wirklich Bewusstsein zu erzeugen. Nichtbewusste KI gehört ab 2060 zum Alltag in hochentwickelten Gebieten. Dem KI-Boom Mitte des 21. Jahrhunderts folgte eine jahrzehntelange Stagnation mit nur sehr wenigen Projekten zur Entwicklung von künstlichem Bewusstsein. Gegen 2080 wurde unter sehr großem Entwicklungsaufwand im Softwarebereich simuliertes Bewusstsein erzeugt, aber erst 70 Jahre später kommt der Durchbruch durch neue Selbstmodifikationsparadigmen.

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