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Eröffnung von Udyama 5, einer Replik des Raumschiffs aus der beliebten Science-Fiction Serie "Spaceship Udyama".

Fans der beliebten Sci-Fi Abenteuer Serie "Spaceship Udyama" kaufen eine alte Raumstation und bauen sie zu einem 1:1 Modell des berühmten Bibliothekskreuzers um.

"Spaceship Udyama" spielt in einer fernen Zukunft in der die Menschen einen Teil der Galaxie besiedelt und große Imperien gegründet haben. Es gibt außerirdische Völker, von denen einige mächtige Reiche beherrschen. Die Erde ist fast vergessen. Sie ist ein Museumsplanet ohne machtpolitische Bedeutung. Die Udyama ist ein sogenannter Bibliothekskreuzer. Sie ist eine mobile Bibliothek in der das Wissen der Menschheit gesammelt wird, um es allen Besuchern des Solsystems zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck ist die Udyama in der ganzen Galaxie unterwegs und wird in viele Abenteuer hineingezogen. Captain Rani Kapoor und viele andere wichtige Figuren der Serie sind immer wieder an der Lösung von Problemen zwischen Völkern beteiligt. Einige kreative Lösungsansätze führen später jedoch zu unerwarteten und fatalen Folgen. Manche Entscheidungen des Captains und anderer Schlüsselfiguren sind eher von Realpolitik geleitet, als von idealisierten Moralvorstellungen. Überraschende Wendungen mit dramatischen Konsequenzen für Protagonisten oder Völker sind charakteristisch für die Serie.

"Spaceship Udyama" hat eine sehr engagierte Fangemeinde. Die Serie ist in den 30er Jahren des 22. Jahrhunderts ein Medienphänomen. Die erste Staffel läuft als wöchentliche Fortsetzungsgeschichte. Sie erzählt die Abenteuer des Bibliothekskreuzers und seiner Besatzung. Die Serie wird von Jamina Svapna/Mumbai (JSM) produziert. Aufgrund des großen Erfolgs wird die Serie sofort zweitverwertet auf allen großen Netzwerken. Danach fährt der Produzent einen Vario-Ansatz mit schnellen Formatwechseln.

Die zweite Staffel "Udyama Dina" (Udyama Day) läuft als tägliche Sendung, die das normale Leben der Besatzung abseits von großen Abenteuern darstellt. Danach folgt "Udyama Asimita" (Udyama Unlimited) als interaktives Slink, eine der ersten großen Slink (Sensory Link) Produktionen. Die Serie verhilft der Slink-Technik in den 30er Jahren zum Durchbruch.

In der nächsten Phase ab 2135 kommt mit "Udyama Paripreksya" (Udyama Perspective) ein neues Format, das die Ereignisse parallel aus der Sicht mehrerer Beteiligter zeigt, darunter auch Außerirdische. "Udyama Paripreksya" führt die Zuschauer so intensiv in die Sichtweise einiger Außerirdischer ein, dass sich viele Zuschauer mit einzelnen Figuren und Völkern identifizieren.

Mit "Udyama Jala" (Mesh of Udyama) ab 2140 bekommen einige der außerirdischen Protagonisten eigene Ableger. Die Handlung der Ableger bildet ein Geflecht dessen Fäden sich immer wieder kreuzen. Alle Ableger haben eingeschworene Fangemeinden. Viele Fans nehmen in ihrem realen Leben die Überzeugungen der Serienhelden und ihrer Völker an. Manche gestalten ihre Physiologie entsprechend um. Udyama wird in dieser Zeit zum Mainstream. Im Netz entsteht eine riesige Menge von zusätzlichem Material, vieles davon als Franchise autorisiert vom Produzenten, aber noch mehr als Fan-Fiction.

Während "Udyama Jala" ausläuft, beginnt "War of Udyama" (2145), eine Phase in der bewaffnete Konflikte dominieren. "War of Udyama" wird wieder als Multi-Stream aus der Perspektive der verschiedenen Völker gezeigt. Die tägliche Sendung "Udyama Dina", ebenfalls im Multi-Stream, befasst sich in dieser Zeit mit Kriegsfolgen für die Normalbevölkerung. "War of Udyama" radikalisiert einige Fans bis in das reale Leben. 2151 wird das ursprüngliche Konzept der Abenteuer des Bibliothekskreuzers wiederaufgenommen. Die Besatzung der Udyama ist wesentlich daran beteiligt, dass in der Haupthandlung Frieden einkehrt.

Trivia: der europäische Ratspräsident schwört bei seiner Vereidigung 2158 auf den Warschauer Vertrag und auf die Uppruna, das Grundgesetz der Wajanen, einem der herausragenden Alien Völker des Udyama Universums.

Ab 2154 beginnt die Planung für das Udyama 5 Projekt. Der Name des Projekts beruht auf der Zählung der Modelle des Bibliothekskreuzers in der Serie. Die aktuelle Version ist 3. Die beiden Vorgänger sind jeweils unter dramatischen Umständen verloren gegangen. In "War of Udyama" taucht an einer Stelle die "legendäre" Version 5 auf. Der Produzent von Udyama unterstützt das Projekt obwohl viele Elemente einfließen, die zwar zum Community-Kanon gehören, aber nicht offiziell sanktioniert sind. Tatsächlich ist Fan-Fiction nach dem Udyama Community-Kanon sehr diszipliniert und kollidiert selten mit dem offiziellen Hintergrund.

Das Projekt erwirbt eine 30 Jahre alte orbitale Fabrik von Industrias Benavides. Der Kauf wird finanziert von Björn Hlynur Gustafsson, dem Gründer von Norware, einem Eter-Giganten. Gustafsson ist selbst Fan der Serie und des dazugehörigen Universums. Er hatte vorher schon diverse Fan-Fiction Projekte unterstützt. Die Kosten für den Umbau werden von der Fangemeinde finanziert. Ein großer Teil des Aufwands wird von mehreren orbitalen Konstruktionsfirmen getragen, die die Kosten als Marketingausgaben verbuchen.

Die umgebaute Station gleicht der Udyama 5 äußerlich. Sie hat Zonen für verschiedene Völker, wie im Original der Serie. Die Station hat Platz für 300 permanente Bewohner und 1500 Gäste. In den verschiedenen Zonen leben Fans, die sich dem Reenactment verschrieben haben. Fast alle mit Modifikationen, die ihr Äußeres an das ihres jeweiligen Aliens Volks anpassen. Auch viele Verhaltensweisen werden im realen Leben bis ins Detail nachgebildet. Dazu gehört das Matriarchat der Moputsoa, chemisch hervorgerufene Schizophrenie bei K’hoja-Schamanen und die Namenssuche der Rotna-Wajanen.

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Bei Riesenpilzen der Art Armillaria Solidipes gibt es neuronenartige Vorgänge.

In den Hyphen des Pilzes Armillaria Solidipes wird ein Signalmechanismus entdeckt, der den Neuronen ähnelt. Es gelingt mit einigen der großen Exemplare zu kommunizieren.

Die Pilze bilden ein ausgedehntes unterirdisches Fadengeflecht unter dem Waldboden. Sie wiegen oft viele Tonnen und können mehrere Hektar groß werden. Die Komplexität des Myzels ist mit der von Gehirnen großer Wirbeltiere zu vergleichen.

Mit Schnittstellen ähnlich denen handelsüblicher Neuroimplantate können Signale der Pilze analysiert und emuliert werden. Es gelingt, mit den Pilzen zu kommunizieren. In der Interaktion zeigen sich Verhaltensmuster, die man auch von Tieren kennt. Nach einem Jahrzehnt intensiver Forschung beobachtet man sogar Anzeichen von kognitiven Fähigkeiten, planerischem Denken und zielgerichtete Aktivität. Allerdings macht die räumliche Ausdehnung alle höheren Prozesse sehr langsam. Die Pilze scheinen auf einer anderen Zeitskala zu leben.

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Pandora Artefakt.

Auf dem Saturnmond Pandora wird ein radioaktiv strahlender Metallklumpen entdeckt. Die Zusammensetzung und die Art der Aktivierung deuten auf einen künstlichen Ursprung hin.

Tatsächlich war das Artefakt schon 2162 von einem Prospektor der Zhu-Republik (Südchina) entdeckt worden. Der Fund war in der Hoffnung auf andere Entdeckungen geheim gehalten worden. Auf Pandora wurden aber keine weiteren Stücke gefunden.

Das Pandora-Artefakt ist kein Einzelstück. In den inneren Saturnringen gibt es schwach strahlende Regionen. Man nahm an, dass Teile der Ringmaterie im Lauf der Zeit durch beschleunigte Alpha-Teilchen im Magnetfeld des Saturns aktiviert worden sind. Das Saturn-Magnetfeld ist zwar schwächer als das Jupiters. Aber paramagnetische Ringmaterie sorgt für eine Fokussierung so, dass an manchen Stellen magnetische Flussröhren entstehen in denen geladenen Teilchen sehr lange beschleunigt werden und hohe Geschwindigkeiten erreichen, eine Art natürlicher Speicherring. Protonen und Alpha-Teilchen im MeV Bereich können metallische Einschlüsse der Ringmaterie radioaktiv machen.

Im Lichte des Pandora Artefakts wurde der Ursprung der radioaktiven Strahlung neu untersucht. Man vermutet inzwischen, dass sich vor mehreren Millionen Jahren einige tausend Tonnen schwach radioaktive Metallfragmente auf einem Orbit in den inneren Ringen befanden. Im Lauf der Zeit wurde das Material durch Gezeitenkräfte und Reibung mit der Ringmaterie weit verteilt. Einzelne Brocken scheinen von den Schäfermonden eingefangen worden zu sein, wie auch das Pandora Artefakt, das wohl mit Pandora kollidierte und später von Ringmaterie bedeckt wurde. Die kleineren Bestandteile der Ursprungsmasse durchmischten sich mit der Ringmaterie. Simulationen können zeigen, wie sich die radioaktive Ringmaterie aus einer zusammenhängenden Quelle entwickelt und verteilt hat. Nach Extrapolationen handelt es sich insgesamt um ca. 8000 t Material.

Die Zusammensetzung des Pandora Artefakts deutet auf einen technischen Ursprung hin. Das Material ist vermutlich nicht durch natürliche Prozesse aktiviert worden, wie vorher angenommen, sondern durch Heliumkerne (Alpha-Teilchen) von wenigen MeV Energie, wie sie typischerweise in neutronenfreien Fusionsrektoren entstehen. Man spekuliert, dass es sich um Reste eines Reaktorunfalles handelt. Bei diesem hypothetischen Unfall wurden einige Teile des Aggregats wie das Pandora-Artefakt geschmolzen. Der weitaus größere Teil wurde durch eine Explosion in sehr kleine Fragmente aufgebrochen und verteilt.

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