Zeitleiste

<< vorher
2209

Zerstörung einer Strafgefangenenkolonie auf dem Mond durch explosive Dekompression.

Die unzureichenden Notschotts waren zur Wartung zwei Wochen zuvor stillgelegt worden und reagierten deshalb nicht oder nur zu spät durch manuelle Aktivierung. 80% der Anlage wird dem Vakuum ausgesetzt, wobei in den Oberflächenbereichen durch Trümmer und Splitter schwere Schäden entstehen.

2211

Freundschaftsvertrag zwischen der Nordamerikanischen Union und der Palladischen Liga.

Die Palladische Liga besteht aus 13 unabhängigen Mond- und Asteroidenstationen.

2214

Entwicklung von Memetik-Techniken für Tiere.

Mit KI-Unterstützung erzeugte Signale auf mehreren Sinneskanälen wirken auf die Informationsverarbeitung im Tiergehirn ein. Damit können Menschen effizienter mit Tieren kommunizieren. Gleichzeitig interpretiert eine KI das Feedback und "übersetzt" Verhalten und Signale in menschliche Sprache. Die bessere Verständigung löst das alte auf Befehl und Konditionierung basierende Verhältnis zwischen Mensch und Tier ab. Entwickelt zunächst für einige Hunderassen und Primaten, später auch für viele andere Arten.

Vergleichbare Techniken wirken auch auf Menschen. Ihre Anwendung ist meistens jedoch verboten und wird normalerweise auch von handelsüblichen Memfiltern blockiert.

2216

Die Palladische Liga wird anerkannt als souveräner Staat mit einer Stimme im Weltrat auf Kreta.

2218

Die größte Raumtransportgesellschaft, SPATRAC schickt ein Forschungsschiff zum Pluto.

Die Flugdauer beträgt zehn Monate. 2221 starten zwei Transporter der SPATRAC zum Pluto. Drei Monate später folgt ein Schiff der Raumpatrouille.

2219

Taromka Rettungsaktion. 15943 Bewohner der havarierten Station werden durch eine gemeinsame Aktion ihrer Nachbarhabitate gerettet.

Taromka ist ein altes Versorgungsdepot für Asteroidenmissionen in L4. Es wurde 2191 aufgegeben als sich die Reisezeiten durch neue Antriebstechnik deutlich verkürzten. Taromka wurde dann von Arbeitern während des Baus von L4 Stationen als Unterkunft genutzt. 2199 kamen ca. 2000 Überlebende des Cahaya Bintang Unfalls als Flüchtlinge hinzu. 2210 wurde Taromka zur Exilstation für verurteilte Straftäter deren Habitate nicht mehr für den Life-Support der Häftlinge aufkommen wollten. Gleichzeitig wurde Taromka Basis für Schmuggler und Produktionsstätten diverser illegaler Produkte, darunter auch Live-Slinks und andere – in den meisten Jurisdiktionen verbotene – Mesh-Technik.

2222

Erster Piratenüberfall auf einen interplanetaren Transporter im Flug.

Der Coup findet binnen zehn Jahren so viele Nachahmer, dass die Transportgesellschaften ihre Schiffe bewaffnen. Die Raumpatrouille kann das Piratenunwesen nicht kontrollieren. Der Weltrat erlässt die Piratengesetze.

2223

Die SPATRAC verweigert einem Patrouillenschiff die Landung auf Pluto.

Im folgenden Jahr erklärt die SPATRAC Pluto zum Konzerneigentum. 17 Jahre danach bestätigt der Weltgerichtshof den Eigentumsanspruch.

2225

Wiederaufnahme der Terraformung der Venus.

Das Projekt (AFRODITE Alliance For Research, Operation and Development In Terrestrian Ecospheres) wird 60 Jahre weitergeführt und dann aufgegeben, weil sich wenig Erfolg zeigt.

2227

Entwicklung der Weltspiel-Wirtschaftstheorie.

Die Theorie erweist sich als epochaler Durchbruch im analytischen Verständnis der Wirtschaftswissenschaften. Die Weltspiel-Modelle können die Wirtschaftsdynamik der vorangegangenen 250 Jahre sehr genau beschreiben. Durch die Anwendung der Theorie können nun wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen so gesteuert werden, dass Krisen abgemildert und Rezessionen vollständig vermieden werden können.

Ab 2232 wird Weltspiel in großem Umfang eingesetzt und sorgt für ein langes moderates Wachstum ohne Störungen. Schon wird das Ende der Wirtschaftszyklen ausgerufen. Dann stürzt die Weltwirtschaft Anfang 2250 unerwartet in eine schwere Rezession.

Die Krise hatte sich weder in den Modellen gezeigt, noch durch eine übertriebene Boom-Phase angekündigt. Es stellte sich heraus, dass Weltspiel hervorragend funktioniert, solange sich nur ein kleiner Teil des Marktes daran orientiert (Weltspiel-Paradox). Sobald viele Marktteilnehmer gut informiert sind, destabilisieren Rückkopplungseffekte das System. Der 20-jährige Weltspiel-Aufschwung erweist sich im Nachhinein als sehr labiles Gleichgewicht.

2229

Der energetische Hohlleiter wird entwickelt.

Hohlleiter für Energie ersetzen den Transport von Energie durch elektrischen Strom über supraleitende Kabel. Technologien, die Energie direkt verwenden können, d.h. nicht auf elektrischen Strom basieren, profitieren von der verlustfreien Umsetzung zwischen Erzeuger und Verbraucher. Dazu gehören vor allem Raumschifftriebwerke, sowohl konventionelle Strahltriebwerke, als auch später Normalraumtriebwerke mit Überlichtkomponenten und Überlichttriebwerke.

2231

Die Mondbasis Vegas löst sich vom Bundesstaat Nordamerika und erklärt die Unabhängigkeit.

2236

Eine atomare Explosion zerstört die außerirdische Station im Mondkrater Kopernikus.

Die Anlage war nie wissenschaftlich untersucht worden. Die Raumpatrouille hatte die Station im Auftrag des Weltrats überwacht und im Lauf der Zeit drei Versuche in die Anlage einzudringen verhindert. Seit dem Jahr 2228 liefen verstärke Anstrengungen, das Verbot von 2190 aufzuheben. Der Anschlag wird neosozialistischen Splittergruppen zugeschrieben, wurde aber nie aufgeklärt.

2239

Einführung der afrikanischen Big 5 in Südamerika.

Afrikanisches Großwild wird in der Amazonas-Savanne angesiedelt.

Die Naturreservate Afrikas wurden in den vergangen 200 Jahren stark reduziert. Die meisten mussten bis Ende des 21. Jahrhunderts den Menschen weichen. Viele der großen Tiere Afrikas sind vom Aussterben bedroht oder sogar schon verschwunden. Der Leopard ist fast ausgestorben. Es gibt nur noch kleine, genetisch reduzierte Gruppen in Zoos. Büffel und Nashorn gibt es nicht mehr in freier Wildbahn, aber größere Populationen als Nutztiere (Büffel für Milch und Fleisch, Nashorn für das Horn). Nur afrikanischer Elefant und Löwe leben noch in freier Wildbahn. Beide Spezies werden sehr stark "verwaltet", ihre Wanderungen gesteuert, ihre Fortpflanzung unterstützt. Anderen großen Arten, wie Gnu, Zebra, Antilopen und Gepard geht es nicht besser.

In Südamerika ist die Bevölkerungsdichte vergleichbar der Afrikas im 20. Jahrhundert. Der afrikanische Kontinent ist fast viermal so dicht besiedelt. Seit der Abholzung des Regenwaldes ist die Amazonas-Region eine Savanne. Das Klima entspricht dem Zentralafrikas. Die Äquatorialregion Brasiliens ist sehr trocken. Mangels Wasser kann nur ein Teil des Amazonas landwirtschaftlich genutzt werden. In den zwanziger Jahren des 23. Jahrhunderts gelingt es Animais Selvagens del Mundo große Naturreservate im Amazonas auszuweisen, die für die afrikanischen Großwildarten geeignet sind.

Nach gründlicher Analyse und Vorbereitung werden ab 2239 mehrere Arten angesiedelt, einschließlich wichtiger Elemente der Nahrungskette. Die moderne Gentechnik (Gengineering) spielt dabei eine große Rolle. Der südamerikanische Jaguar ersetzt den ausgestorbenen Leoparden. Zusätzlich zu den Big 5 werden im Laufe der nächsten Jahre auch Gnu, Zebra, und verschiedene Antilopen und Gazellen umgesiedelt.

Afrika verliert das letzte Großwild Anfang des 24. Jahrhunderts. Viele große Arten überleben dank der Umsiedlung in den Naturreservaten Südamerikas.

2241

Beschluss von Anti-Trust-Gesetzen gegen die großen Raumhandelsgesellschaften.

weiter >>