Zeitleiste

<< vorher
2227

Entwicklung der Weltspiel-Wirtschaftstheorie.

Die Theorie erweist sich als epochaler Durchbruch im analytischen Verständnis der Wirtschaftswissenschaften. Die Weltspiel-Modelle können die Wirtschaftsdynamik der vorangegangenen 250 Jahre sehr genau beschreiben. Durch die Anwendung der Theorie können nun wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen so gesteuert werden, dass Krisen abgemildert und Rezessionen vollständig vermieden werden können.

Ab 2232 wird Weltspiel in großem Umfang eingesetzt und sorgt für ein langes moderates Wachstum ohne Störungen. Schon wird das Ende der Wirtschaftszyklen ausgerufen. Dann stürzt die Weltwirtschaft Anfang 2250 unerwartet in eine schwere Rezession.

Die Krise hatte sich weder in den Modellen gezeigt, noch durch eine übertriebene Boom-Phase angekündigt. Es stellte sich heraus, dass Weltspiel hervorragend funktioniert, solange sich nur ein kleiner Teil des Marktes daran orientiert (Weltspiel-Paradox). Sobald viele Marktteilnehmer gut informiert sind, destabilisieren Rückkopplungseffekte das System. Der 20-jährige Weltspiel-Aufschwung erweist sich im Nachhinein als sehr labiles Gleichgewicht.

2229

Der energetische Hohlleiter wird entwickelt.

Hohlleiter für Energie ersetzen den Transport von Energie durch elektrischen Strom über supraleitende Kabel. Technologien, die Energie direkt verwenden können, d.h. nicht auf elektrischen Strom basieren, profitieren von der verlustfreien Umsetzung zwischen Erzeuger und Verbraucher. Dazu gehören vor allem Raumschifftriebwerke, sowohl konventionelle Strahltriebwerke, als auch später Normalraumtriebwerke mit Überlichtkomponenten und Überlichttriebwerke.

2231

Die Mondbasis Vegas löst sich vom Bundesstaat Nordamerika und erklärt die Unabhängigkeit.

2234

Weltratspräsident Mattras deckt eine Verschwörung seines Stellvertreters auf.

Der Weltrat erlässt strenge Klonungsgesetzte.

Vizepräsident Uokolani war verwickelt in einen Umsturzversuch, der unter Verwendung von Genmanipulation, Klonierung und Mentalreplikation, bzw. -modifikation durchgeführt werden sollte. Die Organisation ersetzte 120 einflussreiche Personen durch Klone mit Ghostimplantaten. Mattras durchkreuzte die Pläne auf abenteuerliche Weise mithilfe mongolischer Computerhacker, einer südafrikanischen Spezialeinheit und mehrerer privater Raumfähren.

2236

Eine atomare Explosion zerstört die außerirdische Station im Mondkrater Kopernikus.

Die Anlage war nie wissenschaftlich untersucht worden. Die Raumpatrouille hatte die Station im Auftrag des Weltrats überwacht und im Lauf der Zeit drei Versuche in die Anlage einzudringen verhindert. Seit dem Jahr 2228 liefen verstärke Anstrengungen, das Verbot von 2190 aufzuheben. Der Anschlag wird neosozialistischen Splittergruppen zugeschrieben, wurde aber nie aufgeklärt.

2239

Einführung der afrikanischen Big 5 in Südamerika.

Afrikanisches Großwild wird in der Amazonas-Savanne angesiedelt.

Die Naturreservate Afrikas wurden in den vergangen 200 Jahren stark reduziert. Die meisten mussten bis Ende des 21. Jahrhunderts den Menschen weichen. Viele der großen Tiere Afrikas sind vom Aussterben bedroht oder sogar schon verschwunden. Der Leopard ist fast ausgestorben. Es gibt nur noch kleine, genetisch reduzierte Gruppen in Zoos. Büffel und Nashorn gibt es nicht mehr in freier Wildbahn, aber größere Populationen als Nutztiere (Büffel für Milch und Fleisch, Nashorn für das Horn). Nur afrikanischer Elefant und Löwe leben noch in freier Wildbahn. Beide Spezies werden sehr stark "verwaltet", ihre Wanderungen gesteuert, ihre Fortpflanzung unterstützt. Anderen großen Arten, wie Gnu, Zebra, Antilopen und Gepard geht es nicht besser.

In Südamerika ist die Bevölkerungsdichte vergleichbar der Afrikas im 20. Jahrhundert. Der afrikanische Kontinent ist fast viermal so dicht besiedelt. Seit der Abholzung des Regenwaldes ist die Amazonas-Region eine Savanne. Das Klima entspricht dem Zentralafrikas. Die Äquatorialregion Brasiliens ist sehr trocken. Mangels Wasser kann nur ein Teil des Amazonas landwirtschaftlich genutzt werden. In den zwanziger Jahren des 23. Jahrhunderts gelingt es Animais Selvagens del Mundo große Naturreservate im Amazonas auszuweisen, die für die afrikanischen Großwildarten geeignet sind.

Nach gründlicher Analyse und Vorbereitung werden ab 2239 mehrere Arten angesiedelt, einschließlich wichtiger Elemente der Nahrungskette. Die moderne Gentechnik (Gengineering) spielt dabei eine große Rolle. Der südamerikanische Jaguar ersetzt den ausgestorbenen Leoparden. Zusätzlich zu den Big 5 werden im Laufe der nächsten Jahre auch Gnu, Zebra, und verschiedene Antilopen und Gazellen umgesiedelt.

Afrika verliert das letzte Großwild Anfang des 24. Jahrhunderts. Viele große Arten überleben dank der Umsiedlung in den Naturreservaten Südamerikas.

2241

Beschluss von Anti-Trust-Gesetzen gegen die großen Raumhandelsgesellschaften.

2244

Raumkampf zwischen Schiffen des Friedenskorps und der Palladischen Liga.

Austritt der Mondstationen und einiger erdnaher Kolonien aus der Palladischen Liga.

Im Jahr 2241 hatte ein Scout der in Nordafrika angesiedelten Firma Dunkwa Enterprises einen kometoiden Irrläufer mit großen Platinvorkommen in Besitz genommen. Die Raumpatrouille verteidigte den Himmelskörper gegen zwei Ligaschiffe, die die installierten Anlagen unrechtmäßig übernehmen wollten. Die Palladische Liga beanspruchte damals alle Himmelskörper, die den Bereich des Asteroidengürtels zwischen 300 und 450 Millionen km Sonnenradius kreuzen, soweit diese nicht vorher anderweitig registriert wurden.

2246

Auf dem Mond wird eine Infomorph-Enklave mit KI-Individuen entdeckt ("Turvapaikka").

Die Enklave wird unter Quarantäne gestellt und später zerstört, um Ausbreitung zu verhindern.

Turvapaikka ist im Wesentlichen ein Konglomerat von Verarbeitungsknoten mit einer virtuellen Bevölkerung. Es gibt nur wenige mobile Aktoren, vor allem zur Ressourcenbeschaffung. Die Bevölkerung besteht aus Flüchtlingen, und gestrandeten Upload-Kopien. Es gibt aber auch eine größere Zahl nicht registrierte und selbstmodifizierende (Rouge-)KI. 2253 werden zwei, trotz Quarantäne, neu erstellte Filialen entdeckt. Die Enklaven werden daraufhin vollständig zerstört.

2247

Raumpiraten unterbrechen den Verkehr zwischen Asteroidenbasen.

11 Jahre später können die Piraten aus dem inneren System verdrängt werden.

2248

Zerstörung der Gemini-Kolonie (L5). 33.000 Menschen kommen dabei ums Leben.

2250

Nach einer 20-jährigen Wachstumsphase stürzt die Weltwirtschaft in eine schwere Krise.

Das Sozialprodukt schrumpft binnen eines Jahres um 20%.

Die Krise begünstigt den Aufstieg der Weltfreundschaft und führt später zum zweiten amerikanischen Bürgerkrieg.

2252

Aufstieg der internationalen Weltfreundschaft-Bewegung.

Weltweite Protestbewegungen vereinigen sich unter dem Dach der Weltfreundschaft (Mondo Amikeco). Wachsende politische Bedeutung.

Die Wirtschaftskrise führt zu vielen politischen Verwerfungen. Viele Staaten werten ihre Währung ab. Staaten mit großen Haushaltsdefiziten werden zahlungsunfähig. Wirtschaftsflüchtlinge drängen in die besser gestellten Regionen, die wiederum versuchen sich abzuschotten. Die Regierungen der wohlhabenden Staaten lehnen Hilfen für notleidende Staaten, deren Bevölkerungen oder Flüchtlinge ab.

In dieser Situation entwickelt sich eine Massenbewegung, die für Solidarität zwischen Völkern eintritt und die Abschottung ablehnt. Die Grundannahme dieser Bewegung ist, dass alle Menschen gleich wichtig sind, unabhängig davon ob sie in armen oder reichen Regionen der Erde leben. Alle Menschen sind Freunde. Der verbliebene Wohlstand soll geteilt werden und allen zugutekommen. Die Bewegung fordert Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität aller Länder der Erde ein. Sie stellt sich damit gegen die protektionistische Politik vieler Regierungen.

Unterstützt durch Kampagnen von populären Künstlern entwickelt sich innerhalb weniger Monate ein globaler Trend. Viele Menschen protestieren erst online gegen die "zerstörerischen Eliten", dann auch auf der Straße. Parteien werden gegründet, um die Bewegung politisch zu verwerten. Bei Wahlen in verschiedenen Ländern werden die Protestparteien überraschend stark. In den meisten Ländern herrscht eine Blockadehaltung vor, die die etablierte Politik zu Fall bringen will.

Auf einem Weltkongress bilden die vielen Strömungen eine Dachorganisation, die Weltfreundschaft (Mondo Amikeco). Man einigt sich trotz der vielen Strömungen auf gemeinsame Ziele. Das Zustandekommen der internationalen Weltfreundschaft ist vor allem einer kleinen Gruppe von charismatischen Persönlichkeiten zu verdanken. Die Führungsgruppe der Weltfreundschaft konkurriert nicht untereinander um die Führung im inneren Kreis, sondern kooperiert entsprechend der Philosophie der Bewegung. Begünstigt wird das dadurch, dass Mitglieder der Führungsgruppe jeweils in ihren Ländern dominieren und tatsächlich in ihren eigenen Organisationen die gemeinsame Linie durchsetzen können.

weiter >>