Zeitleiste

<< vorher
2268

Entscheidender Schlag der Liga-Flotte gegen Piraten.

Wiederherstellung der Verkehrssicherheit im äußeren System. Pluto bleibt besetzt.

Im inneren System ist interplanetare Raumfahrt inzwischen alltäglich. Wissenschaftliche und kommerzielle Unternehmungen müssen versorgt werden. Prospektoren bringen regelmäßig erdnahe Asteroiden in das Erde-Mond System, um Bauprojekte im Orbit oder bei L4/L5 zu versorgen. Pausenlos sind Schiffe von vielen verschiedenen Betreibern im inneren System unterwegs.

Im äußeren System, jenseits des Asteroidengürtels, ist der technische Aufwand ungleich größer. Die großen Entfernungen benötigen leistungsfähigere Triebwerke und Wartungsmöglichkeiten im äußeren System. Nur Staaten und große Organisationen können dort Raumschiffe und die zugehörige Infrastruktur betreiben. Die wenigen privaten Schiffe nutzen die Einrichtungen der größeren Betreiber. Unabhängige Einzelunternehmen sind selten.

Deshalb ist es überraschend, dass Piraten den Verkehr im äußeren System stören können. Piraten unterliegen natürlich den gleichen technischen Anforderungen, wie alle anderen. Sie müssen also über gut ausgestattete Basen und einigermaßen moderne Schiffe verfügen. Dazu kommt, dass der interplanetare Raum sich eigentlich nicht als Versteck eignet. Schiffsbewegungen können unter normalen Umständen auf weite Entfernungen beobachtet werden. Man kann sich zwar bei Himmelskörpern verstecken, aber Flüge über längere Strecken sind leicht zu entdecken. Vor allem während der Beschleunigungsphase geben Triebwerke sehr viel Energie ab. Den anschließenden ballistischen Flug können Beobachter genau berechnen. Mit starken orbitalen Teleskopen kann man sogar größere Schiffe direkt sehen.

Die Tatsache, dass die Piraten ihre Positionen trotzdem geheim halten können, lässt darauf schließen, dass sie aufwändige multispektrale Tarnungen verwenden. Ihre Tarnung macht die Schiffshülle fast unsichtbar, optisch wie infrarot, und reduziert den Querschnitt für Radiowellen. Die Triebwerke müssen gegen viele Arten von Streustrahlungen bis in den Gammabereich abgeschirmt sein. Diese technischen Maßnahmen können sich nur Staaten leisten.

Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Piraten Einrichtungen nutzen, die unter der diktatorischen Regierung einige Jahre zuvor angelegt wurden. Die Diktatoren hatten nicht nur eine Flotte im inneren System aufgebaut (die später beim Mars vernichtend geschlagen wurde). Im Verborgenen hatte die damalige Erdregierung auch einige Stützpunkte im äußeren System angelegt. Es gibt autarke Stützpunkte bei allen Gasriesen, auf einigen äußeren Asteroiden, auf Trojanern, mehrere Basen im Pluto-System und sogar einige im freien Raum mit entsprechender Tarnung.

Beim Ende der diktatorischen Regierung auf der Erde hatten sich die geheimen Basen bedeckt gehalten. Sie waren als Waffe in einem – von den Diktatoren erwarteten – späteren interplanetaren Konflikt vorgesehen. Dazu kam es aber nicht mehr, weil Kreta und die Erde befreit wurden.

Im Vertrauen auf ihre Tarnungen beginnen die Einheiten nach einigen Jahren abgelegene Basen, Heliumtanker und andere Deepspace-Infrastruktur zu überfallen. Die Überfälle dienen vor allem der Ressourcengewinnung. Es gibt aber auch fanatische Besatzungen, die vom äußeren System aus einen Krieg beginnen wollen, um die Macht der Weltfreundschaft wiederherzustellen. Dabei bringen sie auch Langstreckenfrachter auf. Nach wenigen Jahren ist die Verlustrate so hoch, dass der Verkehr zum Erliegen kommt. Allerdings wagen sich die Piraten mit diesen Aktionen zu weit aus der Deckung.

Mit einer großangelegten Suchaktion der Palladischen Liga, unterstützt durch orbitale Großteleskope und Tiefraumüberwachungseinrichtungen verschiedener Mächte, werden einige Basen bei Jupiter und Saturn aufgespürt. Eine Flotte der Palladischen Liga neutralisiert die Einrichtungen trotz heftiger Gegenwehr. Uranus- und Neptun-Basen bleiben unentdeckt. Das Pluto-System ist stark befestigt und bleibt in der Hand der Piraten.

2270

Blüte der interplanetaren Zivilisation, Isolation der Erde und erster Aufbruch.

Ein kleiner Teil der Menschheit hat sich im interplanetaren Raum etabliert. Es gibt mehrere Zusammenschlüsse der Raumkolonien, die vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht konkurrieren. Auf der Erde werden die meisten Staaten von Neosozialistischen Regierungen geführt und auch der Weltrat ist in der Hand der Neosozialisten. Der Vertrag von Vegas und der fast zeitgleiche Separationsbeschluss der Erde kündigen eine etwa 250 Jahre dauernde Epoche an, in der sich die Geschichte im Wesentlichen im interplanetaren Raum des Sol-Systems abspielt, während die Erde stagniert. Die Erde isoliert sich zunehmend von den interplanetaren Aktivitäten. Auf der Erde selbst werden trotz mäßigendem Einfluss des Weltrats immer wieder auch bewaffnete Konflikte zwischen Bundesstaaten ausgetragen.

2273

Unter Führung der vereinigten Mars Kolonien bildet sich der Bund von Tara.

2274

Lokaler Ausbruch unkontrollierten Mech-Betriebs.

Selbstreparierende und -kopierende Wartungseinrichtungen haben einen 13 km großen Asteroiden für Ressourcen ausgehöhlt und vollständig durch Anlagen bedeckt. Die Anlagen werden abgeschaltet.

2275

Vertrag von Vegas/Luna. Gründung der United Planets Organisation. Mitglieder sind die palladische Liga und viele freie Raumkolonien.

2276

Erste Versuche der Raummodulation als Vorstufe zur überlichtschnellen Raumfahrt durch das Raumkrümmer-Prinzip.

2278

Aufhebung des Privatbesitzes von Himmelskörpern über 20 km Durchmesser.

2280

Konflikte zwischen Europa und Nordafrika.

Konzentrierte Angriffe auf europäische Wohngebiete. Vermittlungsversuche des Weltrates scheitern. 2284 durch Eintritt Arabiens auf Seiten Europas Ausweitung zum 1. Mittelmeerkrieg. 2286 Zerstörung Jerusalems. 2287 Ende des Krieges. Teilung Europas.

2281

Entwicklung des Gedankenabstraktums (Mind State Abstract) als interaktive Nachricht.

Das Abstraktum wird vor allem zur Kommunikation im Sonnensystem eingesetzt, wo die Lichtgeschwindigkeit Dialoge verhindert.

Das Gedankenabstraktum enthält Meinungen und Verhaltensweisen des Originals. Es kann einen interaktiven Gesprächspartner darstellen, der so wie das Original reagiert und argumentiert, ohne selbst Bewusstsein zu empfinden.

Das Gedankenabstraktum ist eigentlich ein unvollständiger Abzug des Bewusstseins. Es ist nicht geeignet als Grundlage für eine KI. Im Gegensatz zum Upload-Prozess, wird das Abstraktum aber nicht-destruktiv hergestellt. Es dient als Verhaltensschablone für eine KI-Simulation.

Es dauert 30 Jahre, bis die komplexe Technologie kommerziell eingesetzt werden kann. Um das Jahr 2310 kann man ein Gedankenabstraktum etwa zum Preis eines persönlichen Besuchs versenden. Allerdings reist das Abstraktum als Datenpaket viel schneller, mit Lichtgeschwindigkeit. Die Empfangsseite braucht eine KI-Simulation, die das Abstraktums interpretiert und interpoliert. Die Interaktion des Abstraktums mit dem Empfänger wird typischerweise als Slink zurück geschickt.

Das Gedankenabstraktum ist nur ein interaktiver Gesprächspartner. Es hat keine Eigeninitiative wie Menschen und bewusste KI. Aber es spart zeitraubende Reisen in Fällen wo Interaktion und Diskussion notwendig sind.

2282

Gründung der japanischen Republik Mars.

2284

Separationsbeschluss des Weltrates unter der Führung der Neosozialistin Perres. Fünf Jahre später Austritt der Erde aus der UPO.

2287

Grundarfjördur-Zilberstein Theorie isochorer Skalierung von gekrümmter Quanten-Raumzeit.

Erster experimenteller Nachweis 2304 im Spektrum von Gravitationswellen, die am Ereignishorizont von Supermassiven schwarzen Löchern entlanglaufen durch Haile Mwangi von der Tigray Universität Mek’ele/Äthiopien mithilfe des VLBGI (Very Large Baseline Graviton Interferometer) bei Mars L4/L5.

Der erste apparative Nachweis gelingt 20 Jahre später in der Raumkolonie Koti (Marsfolger). Die Ingenieure von Koti verwenden die negative Energie von Vakuumfluktuation deren Paarvernichtung durch CP-Verletzung unterdrückt wird, um mikroskopische Gravitationsgradienten zu erzeugen. Elektronen, die durch den Gradienten laufen, zeigen eine Geschwindigkeitsmodulation, die über das Gravitationspotential hinausgeht und durch den Effekt der Raumzeitskalierung erklärt werden kann. Die dabei entwickelte Technik bildet die Grundlage für das sogenannte Konvertertriebwerk. Das neue Triebwerk benutzt den Effekt isochorer Skalierung, um die Leistung von Plasmatriebwerken zu steigern.

weiter >>