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2410

Urknall-Theorie widerlegt.

Astronomische Präzisionsmessungen des Giant Gravitic Interferometer Arrays bestätigen die CBM Theorie der Kosmologie (Communicating Bubble Multiverse). Damit wird die kosmische Inflation erklärt und die QLC Urknall-Theorie widerlegt.

Im Spektrum von akustischen Resonanzen im Gravitationswellenhintergrund findet sich der Beweis dafür, dass unser Universum die Hülle einer 4-dimensionalen Blase ist, die von anderen Universen mit Raumzeit angefüllt wird. Die Daten zeigen eine Asymmetrie, die auf eine 4-dimensionale Öffnung zu anderen Universen hinweist. Der aktuelle Durchmesser unseres Universums ist 490.000 (+/- 10.000) Mal größer, als der sichtbare Bereich. Damit beträgt das Volumen des Universums annähernd 10^50 Kubik Lichtjahre. Wir befinden uns nur etwa fünf Peta-Lichtjahre (5x10^15) von der Öffnung entfernt, also "relativ nahe". Trotzdem ist die Öffnung natürlich unerreichbar. Sie ist 45.000 Durchmesser unseres sichtbaren Bereichs entfernt.

Die Inflation wurde hervorgerufen durch einen besonders schnellen initialen Raumzeit-Strom. Die Frage bleibt, warum die Raumzeit von einem Universum zum anderen fließt und wie schnell sie wieder abfließen kann. Da die Inflation nur 10^-30 Sekunden dauerte, liegt die Vermutung nahe, dass eine mögliche kosmische Deflation genauso schnell gehen könnte, d.h. das Multiversum kann unserem Universum seine Raumzeit von einem Moment auf den anderen entziehen.

2415

Der ÜL-Verkehr steigt im inneren System stark an.

Vor allem Diagonalfrachtstrecken erleben einen rasanten Aufschwung. Eigentlich gilt ein ÜL-Verbot innerhalb der Asteroiden. Aber die Frachter ignorieren das Verbot abseits der Ekliptik. Ein typischer Kurs geht mit Rückstoßtriebwerken senkrecht zur Ekliptik bis in 1 AU Abstand, dann per Raumkrümmer quer durch das System und anschließend wieder konventionell in die Bahnebene des Ziels.

2416

Offener Ausbruch der Konfrontation zwischen Mars und der Pallas Domäne.

Eine Eskalation sich verschärfender Drohungen, Wettrüsten und begrenzter bewaffneter Konflikte über die folgenden 50 Jahre.

2419

Unruhen in mehreren Großstädten der Erde.

Verhärtung der Fronten zwischen den regierenden Neosozialisten und der Expansionspartei.

2422

Eröffnung der Jupiter-Saturn Schnellbahn.

Die Schnellbahn ist eine Serie von elektromagnetischen Katapulten. Die Strecke geht von einer Station im Jupiterorbit nach Titan. Sie verkürzt die Transportzeit zwischen Jupiter und Saturn auf 3-10 Wochen. Im Gegensatz zu ÜL-Frachtern, ist die Schnellbahn auch für Massengüter geeignet.

Die Endstücke bei Jupiter und Saturn bestehen jeweils aus einer Sequenz von ringförmigen Beschleunigern. Die Beschleunigungs- und Bremsstrecken sind mehrere Millionen Kilometer lang. So weit reichen die Katapulte in den interplanetaren Raum.

Baubeginn ist 2401, die geplante Bauzeit ist zehn Jahre. Die Baukosten gehen weit über die Planungen hinaus. Das Betreiberkonsortium muss 2415 vor der Fertigstellung Konkurs anmelden. Das Ganymed-Direktorat verstaatlicht die Jupiter-Seite und stellt den Anschluss fertig. Bei Saturn gründen mehrere territoriale und orbitale Souveränitäten ein neues Konsortium, um den Bau abzuschließen. Tests und Optimierungen brauchen mehrere Jahre. Die Justierung wurde bei der Planung unterschätzt. Unter großem technischem und wirtschaftlichem Aufwand werden beide Seiten fertiggestellt.

Die beiden Endstücke können Container auf einige hundert Kilometer pro Sekunde beschleunigen. Die Container schießen quer durch das Sonnensystem. Am anderen Ende werden die Container nach dem gleichen Prinzip abgebremst. Es werden keine Schiffe mehr gebraucht. Allerdings zeigen erste Tests, dass die Beschleuniger bei weiten Entfernungen (wenn Saturn und Jupiter auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne stehen) nicht zielgenau genug sind. Deshalb müssen die Container aktiv ihren Kurs korrigieren können, was den Betrieb deutlich verteuert.

Das gesamte Unternehmen steht von Anfang an in der Kritik. Die beiden Endstücke beschleunigen Massen von mehreren Tonnen auf sehr hohe Geschwindigkeiten. Die Strecke ist zwar als Transportsystem konzipiert. Aber die Beschleuniger könnten missbraucht und als kinetische Waffe (Coilgun) gegen stationäre Ziele wie Planeten benutzt werden. Tatsächlich wäre ein solcher Einsatz verheerend, zu vergleichen mit einer Nuklearwaffe von hundert Kilotonnen.

Die Schnellbahn wird zum Rückgrat des Warenaustauschs zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Regionen im äußeren System.

2425

Verlust der Onitsha Marun.

Die Onitsha Marun wird durch den Angriff einer autonomen Angriffsdrohne der Serengeti Klasse aus dem Panahapaja Konflikt zwei Dekaden zuvor zerstört.

Der Panahapaja Konflikt wurde auf Seiten Vestas zum großen Teil mit teilautonomen Fahrzeugen durchgeführt. Alle Systemmächte versuchen den Einsatz voll entwicklungsfähiger KI zu vermeiden, um KI-Ausbrüche zu verhindern. Teilautonome Programmierung ist weniger flexibel als Uploads oder bewusste KI. Die KI der Kampfmittel ist deshalb meistens eingeschränkt. Sie folgt ihrer Programmierung. Sie ist taktisch kreativ und dynamisch. Sie passt sich aber nur wenig an neue strategische Situationen an.

Die Drohne (Rufzeichen "Angry Cheetah"), die die Onitsha Marun angreift, war 2403 im 23/7a-Gefecht bei Niokolo-Koba beschädigt worden. Die Kommunikation war ausgefallen und die Treibstoffreserven nach einem versuchten Kinetic-Kill, mit exzessivem Verbrauch, stark reduziert. Angry Cheetah verfehlte das Ziel und schoss ohne Kommunikationsmöglichkeiten weit über das Kampfgebiet hinaus. Die Drohne versteckte sich nach dem Gefecht an einem Kometenkern und wartete auf Hilfe. Sie überwältigte später einen automatischen Rohstoffkundschafter und benutzte dessen Extraktions- und Analysewerkzeuge um Treibstoff herzustellen. Mit den eingeschränkten Mitteln dauerte es 15 Jahre, wenigstens genügend Treibstoff für operative Manövrierfähigkeit zu gewinnen.

Die Onitsha Marun war im Panahapaja Konflikt als Drohnenträger eingesetzt worden. Sie ist jetzt als Frachter unterwegs und transportiert Autofab-Input, darunter sehr teure Meta-Materialien und hochreine Pakete für Nano-Fabrikatoren.

Die Onitsha Marun kommt bis auf 40.000 km an Angry Cheetahs Versteck vorbei. Angry Cheetah erkennt das feindliche Schiff, trotz der Demilitarisierung, wieder und greift an. Da die Drohne im Gefecht alle Munitionspakete verbraucht hatte, bleibt ihr nur die Möglichkeit ihren Selbstzerstörungsmechanismus zu benutzen. Angry Cheetah rammt die Onitsha Marun und zündet den eingebauten Sprengsatz. Eine 5 kt Amat-Explosion zerstört beide Fahrzeuge.

Kamikaze-Angriffe sind Teil des Standardprogramms nachdem Reichweitenwaffen verbraucht sind. Für die kriegführende Partei ist es meistens ein guter Tausch, wenn eine Drohne sich opfert, um ein gegnerisches Schiff zu zerstören. Neben der Vermeidung von KI-Plagen ist diese Taktik ein weiterer Grund, um Drohnen nicht mit voller KI auszustatten, sondern nur mit autonomer Programmierung.

Man vermutet, dass viele bewaffnete Konflikte autonome Kampfmittel zurückgelassen haben. Sie stellen noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte später eine Gefahr für den zivilen Verkehr dar. Vor allem dann, wenn sie mit Reparaturmitteln ausgestattet sind und lange überdauern können. Das ist bei Drohnen auf Fernmissionen üblich. In den äußeren Saturnringen gehen immer wieder kleine Fahrzeuge verloren. Man vermutet dort ein aktives Relikt. Suchaktionen mehrerer Saturn-Habitate brachten aber keine Ergebnisse.

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