Zeitleiste

<< vorher
2641

Erstbesiedung von Fox.

2643

Überfall der Kelrecs von Miro auf Cobol. Besetzung Cobols.

Mit weit überlegenen Schiffen aus interianischen Beständen dringen Kelrecs in das Cobol-System ein. Sie löschen die Außenposten bei Poseidon (Gasriese, 250 Monde) mit einem Schlag vollständig aus und kommen dann in das innere System. Sie bieten Cobol die Unterwerfung an. Cobol akzeptiert. Dann landen Truppentransporter und Kelrec-Krieger plündern die Städte Cobols.

2645

Besetzung von Valerius durch Kelrecs.

Ein Hilferuf der Koalition an Artu bleibt unbeantwortet.

2646

Majidah Hazama wird als Anwältin einer Thoris-Harmonie zugelassen.

Majidah Hazama erhält eine Zulassung als Anwältin an einem allgemeinen Handelsgericht der Babur-III-Harmonie im äußeren System von Thoris. Das ist die erste offiziell anerkannte Funktion eines Menschen bei einer interstellaren Macht der näheren Umgebung.

Majidah Hazama gehörte zur ursprünglichen Besatzung von Astronáutica General, die als erste Thoris erreichte. Sie blieb als eine von zwei Menschen dort, um eine Handelsvertretung einzurichten, während das Schiff im Solsystem Bericht erstattete. Hazama erstellte bis zur Rückkehr des Schiffs die Daten für den automatischen Übersetzer. Danach trug sie wesentlich dazu bei, dass der erste Kauf eines Frachtschiffs bei Thoris doch noch zustande kam. Während einer Handelskrise im Thoris System bringt sie einen Terminbetrug zur Anzeige und unterstützt die Behörden bei den Ermittlungen.

Nach dem Kauf des Frachtschiffs verlässt Majidah Hazama ihre Firma Astronáutica General. Sie bleibt aber im Thoris-System und nutzt ihre Kontakte zu den Behörden der Harmonie, um eine Laufbahn im Rechtssystem zu beginnen. Hazama wird dabei durch einen Clan der Harmonie unterstützt, der von ihren Aktivitäten während der Handelskrise profitiert hatte.

Majidah Hazama lernt die Handelssprache der Babur-III-Harmonie im äußeren System. Um die Aufnahmeprüfung abzulegen, muss sie einige vorausgesetzte Prüfungen nachholen. Die Zulassung zur Ausbildung dauert 10 Jahre, die Ausbildung 20 Jahre. Daran schließt sich eine 15-jährige Lehrzeit bei einer lokalen Anwaltskanzlei an. Im Lauf der darauffolgenden 40 Jahre erhält sie weitere Zulassungen für höhere Gerichte bis hin zu einem der zentralen Handelsgerichte. Majidah Hazama vertritt neben solaren Handelsgesellschaften auch einheimische Klienten. Ihr Fachgebiet ist das Wettbewerbsrecht.

Ein Höhepunkt ihrer Karriere ist die Vertretung von Grolrumdrorar, einem Thoris-Kartell des inneren Systems vor dem höchsten Handelsgericht der Harmonie. Grolrumdrorar klagt gegen die solare Handelsgesellschaft Arindhaal Tekanikala Mala, weil Arindhaal zu hohe Preise zahlt. Niedrigtechnologie-Gesellschaften, wie das Solsystem, sind oft bereit, sehr hohe Preise für Hochtechnologiegüter zu zahlen. Das treibt in etablierten Ökonomien die Preise für einige Produktklassen in die Höhe. Nach dem Recht der Babur-III-Harmonie ist das nicht zulässig.

Hazama gewinnt den Fall. Das Handelsgericht verurteilt Arindhaal dazu, niedrigere Preise zu zahlen und dabei nicht weniger Produkte einzukaufen. Das Urteil schließt Arindhaal praktisch vom Thoris Markt aus und belegt die Firma mit einer Strafe. Andere Unternehmen müssen nun auch Strafen befürchten. Das ist ein harter Schlag für die Menschheit. Im Solsystem gibt man Majidah Hazama die Schuld dafür, dass die wichtigste Quelle für Hightech nun praktisch ausfällt.

Dann hängt das Gericht ein sogenanntes Indirektionspräzedenz-Merkmal an das Urteil. Das bedeutet, dass weitere Urteile sich am Grolrumdrorar-Urteil orientieren müssen. Das Grolrumdrorar-Urteil gilt als Präzedenzfall. Aber nicht nur ähnliche Klagen werden danach entschieden, sondern das Urteil wirkt auch indirekt. Die Indirektionspräzedenz hat überraschende Folgen für Arindhaal und andere solare Handelsgesellschaften.

Der Vorgang ist eine sogenannte indirekte Klage. Bei indirekten Klagen steht die eigentlich beklagte Partei abseits. Sie ist nur über die Folgen des Urteils betroffen ist. In diesem Fall sind das mehrere Thoris-Kartelle, die mit Menschen handeln und oft Wucherpreise verlangen. Eigentlich will Grolrumdrorar diese Thoris-basierten Kartelle wegen Wucher verklagen. Eingereicht wird die Klage aber gegen das solare Unternehmen Arindhaal, ein Opfer der Wucherpreise.

Für das Solsystem ist Thoris die nächste Quelle für Hochtechnologie. Es gibt keine andere Zivilisation mit einer so diversen und kompatiblen Wirtschaft in der Nähe des Solsystems. Die solare Industrie zahlt deshalb hohe Preise in Form von Rohstoffen und Vorprodukten.

Um dem Urteil Folge zu leisten, müssen solare Einkäufer niedrigere Preise erwirken. Das geht teilweise durch Verhandlungen, aber oft nur durch weitere Klagen. Diese Wucherklagen müssen jeweils für einzelne Produkte eingereicht werden. Das ist sehr aufwändig. Aber meistens folgen die Gerichte dem Indirektionspräzedenz-Urteil und verpflichten alle Beteiligten darzu, Bedingungen zu schaffen, die den Geist des Indirektionspräzedenz-Urteils erfüllen. Sie müssen also für niedrigere Preise sorgen. Letztlich werden dadurch alle Fraktionen der Harmonie gezwungen, Menschen nicht zu übervorteilen.

Für Niedrigtechnologie-Gesellschaften, die neu auf der interstellaren Bühne sind, wie das Solsystem, ist es nicht leicht, an Hightech-Güter zu gelangen. Sie müssen in Rohstoffen und Vorprodukten zahlen. Aber Rohstoffe sind überall verfügbar und günstig. Für Hightech müssen deshalb sehr große Mengen an Rohstoffen eingetauscht werden. Der interstellare Transport ist aufwändig und langsam.

Nicht alles kann sofort bezahlt werden. Staaten und Unternehmen des Solsystems hatten angefangen, sich bei der Thoris Harmonie zu verschulden, teilweise mit hohen Zinsen. Als Sicherheiten bieten sie Eigentumsrechte im Solsystem. Bei Zahlungsausfällen gehen diese Werte dann in den Besitz von Thoris-basierten Unternehmen über. Die Menschheit des Solsystems ist dabei, in eine dauerhafte Abhängigkeit zu Thoris-Kartellen zu geraten.

Mit dem Indirektionspräzedenz-Urteil erhält die Menschheit eine Chance, diese Falle zu vermeiden.

Das höchste Handelsgericht ordnet sogar die Einrichtung einer Kontrollstelle an, die die Ausführung des Indirektionspräzedenz-Urteils überwacht. Die Kontrollstelle erhält durch das Urteil auch Exekutivgewalt. Die Kosten für den Unterhalt trägt die unterlegene Partei. Das Gericht setzt Hazama als Vorsitzende der Kontrollstelle ein. Ein Mensch leitet damit die offizielle Kontrollstelle des Harmonie-Handelsgerichts, die dafür sorgt, dass Menschen in der Babur-III-Harmonie keine Wucherpreise zahlen müssen.

Durch die beigefügte Exekutivgewalt darf die Kontrollstelle eigene Gerichtsvollzieher einsetzen, die dann – ausgestattet mit dem Recht der Babur-III-Harmonie – Unternehmen von Thoris zwingen können, sich an das Urteil zu halten. Dafür dürfen die Gerichtsvollzieher auf den gesamten Verwaltungsapparat der Harmonie zugreifen. Mit anderen Worten, Menschen des Solsystems sorgen mit dem offiziellen Auftrag der Behörden von Thoris dafür, dass das Solsystem keine Wucherpreise zahlt und sich nicht weiter verschulden muss.

(Alle Bezeichnungen und Einrichtungen in menschliche Begriffe übertragen.)

2647

Besetzung des Kullur-Systems durch Kelrecs.

Raumkämpfe und gescheiterte Landungsversuche der solaren Truppen auf Cobol und Valerius.

weiter >>