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2722

Spacedome: Asram Güdans Opfer zur Rettung des Kinderlagers im blauen Sektor.

Güdan und seine zwei Kameraden sind Überlebende einer gepanzerten Infanterieeinheit, die bei einem Landungsversuch scheiterte. Die Landung auf einem Asteroiden war Teil eines der vielen vergeblichen Versuche, den Spacedome zu befreien. Die drei Soldaten in gepanzerten Gefechtsanzügen haben noch genug Delta-V, um den Spacedome anzusteuern, der zu dieser Zeit nur 200.000 km entfernt ist. Sie erreichen ihr Ziel nach einer Woche.

Zu dieser Zeit stehen die Menschen im blauen Sektor des Spicaabschnitts gerade in einem schweren Abwehrkampf um das Kinderlager. Das Lager hat zwei Fluchttunnel, deren Ausgänge eigentlich gut verborgen sind. Aber im Lauf der vergangenen Wochen wurden die Fluchttunnel entdeckt. Die Nanokomplexe des ersten Kommandoknotens versuchen in einen Tunnel einzudringen, wo sie auf heftigen Widerstand der menschlichen Wachleute stoßen. Güdan und seine Kameraden können während ihres Anflugs das Flackern von elektrischen Entladungen sehen. Die Blitze sind Überschläge zwischen Hochspannungsgittern mit denen die Verteidiger versuchen, die interne Informationsverarbeitung der Nanokomplexe zu beschädigen, wenn diese beim Vorrücken zwischen die Elektrogitter in den Fluchttunneln kommen.

Die drei Soldaten verwenden die Reste ihres Manövriertreibstoffs, um Kurs auf das Gefecht zu nehmen. Die Nanos sind schon fast durch den Tunnel als Güdan und seine Kameraden in den Kampf eingreifen. Sowohl die dortigen Menschen, als auch die Nanokomplexe kämpfen mit primitiven Waffen. Anzüge und Waffen der gepanzerten Infanterie sind den Angreifern weit überlegen. Die Soldaten können schnell mehrere Angreifer zerstören und deren Vormarsch stoppen. Es gelingt, den Tunnel zu verbarrikadieren während die Soldaten die Nanos in Schach halten.

Die Nanokomplexe stürmen den anderen Tunnel und werden auch dort gestoppt. Die Munition der drei Soldaten geht langsam zur Neige. Die Magazine von Hochgeschwindigkeitsdarts sind erschöpft. Es bleiben Granatwerfer, die eigentlich nicht für enge Umgebungen vorgesehen sind. Die Soldaten schießen Granaten in den Tunnel während der Ausgang von der Seite des Lagers verschlossen wird. Unglücklicherweise reißt dabei eine Granate ein zusätzliches Loch in eine Seitenwand.

Gemäß ihrer Programmierung, die dem Kriegsabkommen folgt, dürfen die Nanokomplexe die Struktur des Spacedomes nicht beschädigen. Sie brechen deshalb nie selbst Zugänge auf, sondern benutzen immer nur die bestehenden Korridore oder Zugänge, die andere verursacht haben, wie die Beschädigung in der Wand. Die Nanos schalten sofort. Sie brechen ihren Angriff im Fluchttunnel ab und versuchen durch die beschädigte Wand in das Lager einzudringen. Granaten können innerhalb des Lagers nicht verwendet werden. Die Railgun-Darts sind erschöpft. Es bleiben nur die primitiven Waffen der Bewohner. Viele sind geradezu mittelalterliche Hieb- und Stichwaffen, hergestellt aus Bauteilen des Spacedomes mit denen die Menschen versuchen, die mechanische Struktur und die Informationsverarbeitung der Gegner zu zerstören. Sie tragen Schilde aus Wandplatten als Schutz gegen die Aktoren der Nanos.

Mit dieser Ausrüstung sind die Verteidiger hoffnungslos unterlegen. Menschen können zwar immer wieder Nanokomplexe im direkten Kampf besiegen. Das gelingt aber nur, wenn die Menschen deutlich in der Überzahl sind und es ist fast immer mit großen Opfern verbunden. Mindestens fünf gute Kämpfer sind notwendig, um einen Nano aufzuhalten. An der neu entstandenen Lücke in der Seitenwand des Kinderlagers stehen sich Mensch und Nano jetzt eins zu eins gegenüber. Die Menschen haben keine Chance. Sie werden von der Öffnung zurückgedrängt. Zwei Nanos fließen hindurch. Güdan kämpft an vorderster Front. Ohne Munition benutzt er nun auch die primitiven Waffen der Bewohner. Solange der gepanzerte Anzug Energie hat, schützt dieser gut gegen Aktoren der Nanos. Inzwischen läuft der Anzug auf Reserve. Die Energiezellen der anderen beiden Anzüge sind schon leer. Ohne moderne Waffen und ohne Energie ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Nanos die Oberhand gewinnen und das Lager stürmen.

Güdan umgeht die beiden eingedrungenen Nanos und versperrt die Lücke mit seinem mechanisierten Anzug. Er benutzt Signalfackeln um sich fest mit der Wand zu verschweißen. Für die Nanos gehört er damit zur Struktur des Spacedomes. Kein Nano kann mehr eindringen. Die zwei im Lager werden unter großen Verlusten neutralisiert. Damit ist der Angriff vorbei.

Die Nanokomplexe beenden den Kampfmodus. Viele Einheiten ziehen sich zu den Servicestationen zurück. Die anderen schalten in den Reparaturmodus und beginnen die ursprüngliche Struktur wiederherstellen. Die Nanos reparieren die beschädigte Wand gemäß ihrem Auftrag, den Spacedome zu schützen. Sie stellen Wandelemente in Autofabs her und bringen sie so gut wie möglich an. Güdan steckt immer noch in seinem unbeweglichen Kampfanzug fest. Es ist unmöglich ihn zu retten, ohne die Lücke zu öffnen und damit das Kinderlager wieder einem Angriff auszusetzen. Die Nanos würden sofort wieder in den Kampfmodus wechseln.

Asram Güdan stirbt durch die Schweißflamme eines Nanos. Die Wand mit seinem Leichnam, sein Anzug, die Halle des Kinderlagers und die umliegenden Stationsbereiche werden einige Jahre später bei der Befreiung der letzten Überlebenden durch eine nukleare Explosion ausgelöscht.

Eine Holoinstallation nahe der Blackstar-Hall erinnert heute an die Ereignisse. Man findet sie auf dem Rundgang durch die Gedenkstätte kurz hinter der Statue von "Gee", die meistens wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhält.

2723

Spektakuläre Evakuierung von 12.000 Bewohnern vom Spacedome durch die Rama Gilde.

Wie man später erfährt, waren viele Gilden nicht mit Tikas Strategie einverstanden. Die Konstruktion der Spacedome-Tragödie durch Tika widerspricht den Rechten und Pflichten der Gemeinschaft und des Individuums, dem kisorischen Äquivalent zu den Menschenrechten. Die "Rechte und Pflichten" orientieren sich sogar an etwas höheren Moralvorstellungen, als die irdischen Menschenrechte. Aber Beschwerden beim Oberkommando liefen ins Leere. Deshalb beginnt Rama eigenmächtig mit der Evakuierung von Überlebenden und wird mit Waffengewalt durch Tika gestoppt. 150 Kisori von Rama verlieren dabei ihr Leben. Darunter 90 Besatzungsmitglieder eines schweren Kreuzers, der den Abflug eines Sanitätstransporters mit 4000 Verwundeten deckt, solange bis die Menschen in Sicherheit sind. Rama wird vom Oberkommando mit einer schweren Strafe belegt und scheidet später aus dem Konfliktvertrag aus.

2723

Entdeckung der unsterblichen Swesda.

In einem natürlichen entwickelten Mechanismus speichert die Lebensform vor dem biologischen Tod ihre Identitätsmuster und Erinnerungen. Ein selbstgezeugtes Kind nimmt die Matrix auf und wird damit zur Wiedergeburt des Individuums.

2724

Eroberung der Basen auf Pluto. Bombardierungen auf Erde und Mars durch Fernwaffen. Zerstörung der Raumstadt Sdinhavn. Schlacht um Mars.

Die Erde besitzt eine sehr gute Verteidigung gegen Fernraketen. Der Angriff ist trotzdem erfolgreich, weil überlegene Informationskampfmittel Kisors das Verteidigungsnetzwerk überlasten konnten.

2725

"Gee"

Der Überläufer G765998TN ("Gee") und sein unendlich wichtiger Beistand für die Menschen des Spacedomes.

Während des Kisor-Kriegs eskaliert die Situation im Spacedome, wo Zivilisten sich gegen autonome Nanokomplexe Kisors zur Wehr setzen müssen.

Bei einem Kampf im Spacedome wird ein Hunter der 2. Division schwer beschädigt. Die Menschen nehmen den Nanokomplex (kisorische Typenbezeichnung: Kao Tran Lop, Seriennummer: G765998TN, Koalitonscode: KNH1, aka. Hunter) gefangen, um die Informationselemente auszuschlachten. Man will über die Hard- und Software, vor allem die Schnittstellen und eingebaute Verschlüsselungsalgorithmen, Zugang zum Netzwerk der Angreifer erlangen. Dafür ist ein Hunter mit ausgefallener Bewusstseinsfunktion ideal.

Die Menschen wissen nicht, dass dieser Ausfall nur vorgetäuscht ist, um die Menschen zu infiltrieren und mit falschen Informationen zu versorgen. Die Menschen erhalten nur Zugriff auf eine Simulation des Netzes, die speziell für diesen Einsatz präpariert wurde. Während die IT-Leute G765998TN anschließen und versuchen in das Kommandonetz der 2. Division einzudringen, beobachtet der Nano die Menschen im Lager. Als selbständig denkendes Individuum beschließt G765998TN irgendwann, den Menschen zu helfen. Er deckt den Täuschungsversuch auf, bevor die Kämpfer der Menschen durch die falschen Informationen in eine Falle laufen.

Seine Hilfe ist natürlich nicht unumstritten. Viele Menschen haben Angst davor, dass auch das Überlaufen ein Teil der Undercover-Aktion sein könnte. Aber mit "Gee"s Hilfe kann man in das echte Kommandonetz eindringen. Er hilft bei der Interpretation der Daten und fälscht sogar den Nachrichtenfeed anderer Kundschafter, um den Menschen Vorteile zu verschaffen.

Zur Tarnung nimmt er eine menschliche Form an und kleidet sich entsprechend. Als das Lager angegriffen wird, hilft Gee bei der Verteidigung. Er schaltet mehrere Angreifer permanent aus. Dabei wird er so schwer beschädigt, dass die Selbstreparaturfunktion überfordert ist. Außerdem ist nach dem Kampf sein Energievorrat erschöpft. Er kann nicht an einem Generator des Lagers aufgeladen werden, weil die Schnittstellen zerstört sind. Gee bittet darum, zu einer Servicestation gebracht zu werden. Das verweigert die Führung der Gruppe, weil manche befürchten, dass seine Entscheidung zum Überlaufen bei einer Generalüberholung überschrieben werden könnte. Mit all seinen Informationen über die Menschen wird das als zu großes Sicherheitsrisiko angesehen.

Entgegen der Anordnung der Gruppenführung bringt der IT-Op David Garcia den Nano zu einer abgelegenen Servicestation, um ihn zu "heilen". Gee kehrt tatsächlich eine Woche später zu den Menschen zurück und bringt Pläne eines bevorstehenden Angriffs mit. Wieder stellt sich die Frage, ob man den Informationen vertrauen kann. Garcia kann mithilfe des Servicelogs beweisen, dass Gee seine Reparatur vorzeitig abbrach, um die Menschen zu warnen und damit auch einer Neuprogrammierung entging. Gerade noch rechtzeitig setzt die Führung der Gruppe auf Gees Plan und kann mit seiner Hilfe den Angriff vereiteln.

Gee bleibt bei den Menschen. Er ist an vielen erfolgreichen Aktionen beteiligt. Aber bei Misserfolgen wird trotzdem immer wieder seine Loyalität in Frage gestellt. Eines Tages interpretiert Gee die Status-Updates eines Nano-Kundschafters falsch und übersieht eine Patrouille. Dadurch gerät eine Einsatzgruppe von menschlichen Kämpfern in Gefahr entdeckt zu werden. Gee versucht seinen Fehler wieder gut zu machen indem er die Patrouille ablenkt. Die Nanos, ein Predator (Typ: Nend Plok Evac, Koalitonscode: KNP77 oder Predator-77) und ein Hunter, wie er selbst, halten Gee für einen Menschen. Sie verfolgen und stellen ihn. Beim Kampf entdecken sie seine wahre Natur. Der Hunter der Patrouille weigert sich, gegen Gee zu kämpfen, will sich aber auch nicht gegen den Predator stellen. Der Predator interpretiert dies als Verrat und wendet sich gegen seinen Hunter. Gee versucht noch dem anderen Hunter zu helfen. Vielleicht wären die zwei Hunter dem Predator überlegen gewesen. Aber Gee leidet noch an den Folgen der unvollständigen Reparatur und der andere Hunter ist zu unentschlossen. Der Predator kann schließlich beide zerstören. Die Gruppe der Menschen ist inzwischen in Sicherheit.

Eine Statue von Gee erinnert an den Nano, dem die Menschen so viel zu verdanken haben. Die Statue befindet sich nahe der zentralen Gedenkstätte südlich der Blackstar-Hall. Im ihrem Sockel liegen zwei Kilogramm deaktivierte Naniten von Gee, die sein Freund David Garcia später bergen konnte. Leider sind nicht genügend Informationselemente für eine Verhaltenssimulation – geschweige denn ein Reboot – erhalten geblieben.

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