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2726

Entdeckung der planetenumspannenden Lebensform Lem.

Die Entdecker nennen den Planeten, bzw. das Lebewesen, nach dem irdischen Autor Stanislaw Lem, der eine planetenumspannenden Lebensform beschrieben hatte (Solaris).

Frazerio Vinelli verbringt 20 Jahre auf Lem und zeichnete unzählige Aussagen, Darstellungen und Projektionen auf, die sich vor allem mit historischen und aktuellen Vorgängen in allen Teilen der Milchstraße befassen. Lem ist anscheinend in der Lage, beobachtend ohne Zeitverzögerung interstellare Distanzen zu überbrücken, was konventionelle Technik nicht leistet.

2727

Rettung der Überlebenden des Spacedomes durch die Solare Befreiungsfront

Die Solaren Befreiungsfront und Survivalisten durchbrechen die Blockade des Spacedomes und retten die Bewohner. Dabei wird der Spacedome schwer beschädigt.

Ende 2727 gibt Kisor die Blockade des Spacedomes auf. Wenige Monate zuvor ist die Schlacht um die Erde für die Koalition verloren gegangen. Kisor hat die Raumhoheit und bereitet sich darauf vor, große Truppenkontingente zu landen. Durch die Verlagerung des Schwerpunktes zur Erde gewinnen einige Asteroidenbasen ihre Handlungsfreiheit wieder. Einige, vor allem Survivalistenfraktionen, haben sich jahrelang bedeckt gehalten und sind nicht entwaffnet worden. Die Bewohner von Ceres-Südpol überwältigen die kisorische Garnison mithilfe externer Survivalisten. Sie können daraufhin ganz Ceres befreien und gründeten die Solaren Befreiungsfront (SLF). Während Kisor Truppen in Europa landet, gelingt es der Solaren Befreiungsfront weitere kleine Stationen im Asteroidengürtel zu übernehmen. Die meisten dieser Erfolge sind ohne strategische Bedeutung. Sie dienen nur der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit, denn es handelt sich vor allem um Tankstationen, Rohstoffquellen für Autofabs und Nahrungsmittelproduzenten.

Eine der spektakulärsten Aktionen der Solaren Befreiungsfront ist die Rettung der Überlebenden des Spacedomes. Zu diesem Zeitpunkt gibt es weniger als 31.000 Überlebende und noch etwa 100 Nanokomplexe an den zwei verbleibenden Kommandoknoten. Die kleine Rettungsflotte der SLF kämpft sich durch die kisorischen Wachschiffe. Die verbliebene Wache besteht aus nur vier Fregatten von denen zwei seit dem Kampf um die Erde beschädigt sind. Die SLF verliert einen leichten Zerstörer. Der schwere Kreuzer, das Rückgrat der Flottille, nimmt schweren Schaden.

Der Kampf findet sehr nahe beim Spacedome statt, da die Kisori die Struktur als Ortungsdeckung nutzen. Unglücklicherweise detonieren die Sprengköpfe von Anti-Schiff Röntgenlasern der SLF in 5 km Entfernung vom Polarisbogen des Spacedomes. Der Polarisbogen wird komplett zerstört und angrenzende Sektoren stark beschädigt. Im Spicaabschnitt verlieren dabei 7145 Menschen ihr Leben. Die SLF landet mit schweren Bodentruppen und hält die Nanokomplexe so lange in Schach, bis die Überlebenden in Sicherheit sind. 23.647 Menschen können schließlich gerettet werden.

2727

Mehrwöchige Schlacht um die Erde.

Vollständige Vernichtung der Heimatschutzflotte und des Verteidigungsnetzwerks. Kapitulation aller Raumstationen und Asteroidenbasen. Zerstörung von Vegas/Luna und Newhavn/Luna.

2728

Bodenkämpfe auf der Erde.

Landung großer Truppenkontingente Kisors in Europa und Afrika. Stellungskrieg. Systematische Zerstörung der irdischen Industrie. Im Verlauf sub-nukleare Auslöschung vieler Städte, dabei einige Millionenstädte verteilt über alle Erdteile.

2729

Entdeckung eines Black Hole von Planetenmasse in der Nähe von Syrak.

2731

Mittelalter-Ultimatum. Putsch von General Pierre Dux gegen die Militärregierung. Kapitulation von Kalkutta.

Nach der Zerstörung des Verteidigungssystems hätte Kisor jederzeit alle Städte der Erde zerstören können. Die kommerziellen Interessen Kisors sowie humanitäre (genauer: kisorisch alturistische) Gründe lassen das aber nicht zu. Kisors Truppen versuchen deshalb 13 Monate lang mit militärischen Mitteln das Ende des Krieges zu erzwingen und verlieren dabei 130.000 Soldaten und ca. 10,2 Milliarden semiintelligente Kampfeinheiten (u.a. 1 Millionen halbautonome Nanokomplexe).

Eine Guerillaaktion in Nordafrika bei der das nordafrikanische Hauptquartier Kisors schwer beschädigt wird und 15.000 Kisori ihr Leben verlieren, führt zum Ultimatum.

Das kisorische Oberkommando droht mit weltweitem kinetischem Bombardement, der Zerstörung aller Städte und technischen Anlagen. Die Kisori erlitten einst so eine Katastrophe nach einer Plünderung ihrer Planeten. Sie brauchten damals sehr lange Zeit, um ihre Technik wieder aufzubauen. Die Zeit ist als kisorisches Mittelalter bekannt. Deshalb die Drohung, die Erde ins "Mittelalter" zu stürzen. Menschen würden es wohl eher als "Steinzeit" bezeichnen.

Die Militärregierung ignoriert das Ultimatum. Sie wird kurz vor Ablauf der ausgehandelten Verlängerung durch Pierre Dux gestürzt. General Dux kapituliert bedingungslos.

Damit ist der Kisor-Krieg auch für die Erde beendet.

2732

Kisor besetzt die Erde und alle interplanetaren Zentren.

Nach der Kapitulation durch General Dux gibt es zwar noch einzelne Gefechte, wenn Truppenteile sich nicht ergeben wollen, aber fast überall legen die Koalitionstruppen die Waffen nieder. Millionen Soldaten werden in Lagern zusammengefasst. Alle militärischen Anlagen der Erde werden demontiert und die Raumschiffe beschlagnahmt. Die Militärgouverneurin Kisors in Kalkutta, Ednuk Hergo Zorang, bemüht sich um eine gerechte Behandlung der Menschen. Sie hat jedoch keine echte Macht, denn die Landfläche der Erde ist unter den am Krieg beteiligten Gilden aufgeteilt.

2733

Gilden befriedigen Reparationsforderungen in ihren eigenen Bereichen.

Dies geschieht in sehr unterschiedlichem Ausmaß. In Nordamerika wird z.B. die gesamte Informations- und Mikrochemoindustrie abgebaut und nach Kisor verschifft, bzw. an andere Völker verkauft. In Südafrika zerstört die dort herrschende Gilde 90% aller Industrie während in Asien Wiederaufbauprogramme laufen.

2734

Die Versorgung der internierten Soldaten bereitet solche Schwierigkeiten, dass viele freigelassen werden.

Das ist aber regional sehr unterschiedlich. In Südafrika werden keine Gefangenen freigelassen. Innerhalb von vier Jahren stirbt dort jeder zweite an Hunger oder Krankheit.

Die Stadt Tsomo war lange Zeit der Inbegriff für die brutale Behandlung und die grausamen Übergriffe der Seco Gilde im Süden Afrikas, berühmt geworden durch den Beststeller "Höllentor Tsomo" des überlebenden Gefangenen und späteren Centauri Preisträgers Tim Maziacs.

2734

Rücktransport von Siedlern von Planeten mit Urbevölkerung.

Die rückgeführten Siedler werden auf solare Fraktionen und die Erde verteilt und wieder eingegliedert. Viele kommen in Auffanglager. Manche Lager werden im Lauf der Jahrzehnte zu Dauereinrichtungen.

2735

Die Gilden werden der Gouverneurin in Kalkutta unterstellt.

Bindung der Gilden an die kisorischen Rechte und Pflichten der Gemeinschaft und des Individuums. Gliederung der Militärverwaltungen nach den früheren politischen Grenzen.

Die kisorischen Rechte und Pflichten entsprechen in ihrer Funktion den sogenannten Menschenrechten der Menschen. Sie sind – geprägt durch den Alturismus, die dominierende kisorische Religion – noch toleranter und nachgiebiger gegenüber Fehlern des Individuums. Sie haben in den Umgangsformen zwischen Kisori, aber auch zu anderen Völkern einen höheren Stellenwert und werden weniger verdrängt durch andere Interessen, als die auf der Erde formulierten Menschenrechte.

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