Zeitleiste

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2802

Entdeckung der Jetsterne im Asprin Nebel.

2804

Die Jagd auf die riesigen reptilienähnlichen Grillka von Aukkan wird verboten, als man bei ihnen eindeutig Partialintelligenz feststellt.

Vermutungen darüber hatte es schon lange gegeben.

Zehn Jahre vorher wurde in einer von der Frechette Forschungsallianz finanzierten Studie festgestellt, dass die Grillka sehr ausgeprägte partielle Intelligenz vor allem in speziellen Bereichen sozialer Intelligenz besitzen. Diese starke Fokussierung war bisher noch nie beobachtet worden und war der Grund dafür, dass das Bewusstsein der Grillka in früheren Tests nicht entdeckt wurde. Erst eine neue Variante der Subramaniam Korrelationsanalyse zeigte scharfe, eindeutigen Spitzen im Spektrum. Nach der Entdeckung dauerte es sechs Jahre, bis die Grillka als Intelligenzwesen eingestuft wurden und weitere acht Jahre bis eine strenge Durchsetzung des Verbots die Jagd tatsächlich beendete.

2806

Weltraum Müll von Aliens in unserem Sonnensystem.

Wie in vielen Sonnensystemen haben auch im Solsystem manche Besucher ihren Abfall hinterlassen. Die Hinterlassenschaften stammen von verschiedenen Besuchern aus ganz verschiedenen Zeiten. Auch die Zusammensetzung ist sehr unterschiedlich, von rein biologischen Abfällen über typische Abfälle des Raumschiffbetriebs bis zu kompletten Geräten. Vermutlich kann man auch das Kaio-Schiff dazuzählen, denn es wurde offensichtlich ausgeschlachtet und an einen Asteroiden befestigt zurückgelassen.

Der meiste Abfall befindet sich auf solaren Umlaufbahnen. In der Ekliptik sind 13 Objektgruppen bekannt und drei auf Bahnen mit mehr als 10 Grad Neigung, wobei die Entdeckungswahrscheinlichkeit für Objekte kleiner als 1 m außerhalb der Ekliptik wesentlich geringer ist. Die Objekte wurden vermutlich einfach ausgeschleust und verblieben auf der aktuellen Trajektorie.

In den meisten engen Solarorbits (bis zur Jupiterbahn) verschwinden kleine Objekte nach wenigen Millionen Jahren durch Kollisionen mit den Planeten, vor allem Jupiter, und durch Sturz in die Sonne nach Ablenkungen durch Planeten. Große Objekte in weiteren Solarorbits oder in planetaren Orbits bleiben länger.

Eine große Gruppe von Objekten mit einer Gesamtmasse von 8.000 t zum Teil radioaktiven Abfalls ist über die äußeren Saturnringe verteilt. Die Objekte sind etwa 20 Millionen Jahre alt. Simulationen zeigen, dass diese Gruppe als ein Stück lose zusammenhängenden Materials ausgesetzt wurde und sich durch die Gezeitenkräfte inzwischen weit verteilt hat.

Bis auf wenige Ausnahmen können die Relikte nicht bestimmten Völkern oder Vorgängen zugeordnet werden. Ein fünf Millionen Jahre altes kompaktes Paket von Abfällen mit biologischen Komponenten im Asteroidengürtel weist starke Verwandtschaften mit Solberg 86 III auf. Das biologische Codesystem ist identisch mit dem der dortigen Arten, die Organisation des Makrostruktursystems weicht aber deutlich ab. Der Umstand könnte im irdischen, DNA-dominierten Codesystem nur mit einer Parallelentwicklung von 500 Millionen Jahren erklärt werden. Man vermutet deshalb, dass mit dem Solberg Codesystem Bioengineering betrieben wurde und auf das Codesystem eine künstliche Makroordnung aufgesetzt wurde. Eine Technik, von der wir nur träumen können.

Eine historische Rarität ist eine 12.000 Jahre alte Sammlung defekter IT-Baugruppen aus der Frühzeit des Solemischen Reiches. Man weiß aus anderen Quellen, dass Erkunder des Reiches in der Anfangszeit Reisen weit über die damaligen Reichsgrenzen hinaus unternommen haben. Die zeitliche Einordnung bedeutet, dass der Besuch im Sol-System immerhin fast 4000 Jahre vorher geschah, bevor das Reich seine Grenzen in den lokalen Sektor ausdehnte. Einige Elemente haben akustische Hilfefunktionen, die immer noch funktionieren, so dass man heute, 12.000 Jahre später, die Sprache eines Instruktors aus der Anfangszeit des legendären Solemischen Reiches hören kann.

Gut zuordnen kann man auch 80 Tonnen von 14.000 Jahre alten biologischen Abfällen, die als Cluster verteilt über 100 Kubikkilometer die Sonne umkreisen. Die Abfälle stammen eindeutig von einem kisorischen Kreuzer des ersten Imperiums. Der Cluster wird 2806 entdeckt und als kosmischer Misthaufen Kisors bezeichnet; ein gefundenes Fressen für die Boulevardmedien des Sol-Systems bei der damaligen kisorfeindlichen öffentlichen Meinung.

Der sogenannte Weltraum-Müll ist der einfachste Beleg dafür, dass in der Umgebung des Sol-Systems schon seit vielen Millionen Jahren Raumfahrt betrieben wird. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass die Verhältnisse in der übrigen Galaxie anders sind. Man kann außerdem davon ausgehen, dass nur ein geringer Bruchteil der Besucher Abfall hinterlässt. Bei den meisten Völkern ist es üblich, Abfall in die Sonne zu entsorgen. Das bedeutet, dass es noch wesentlich mehr Besucher im Sonnensystem gegeben hat. Die Gesamtheit der raumfahrenden Völker besucht alle Systeme viele Male, jedoch jedes Volk nur einen Bruchteil der Systeme. Die meisten Besucher treffen nicht auf eine Zivilisation, da die weitaus meisten Zivilisationen von intelligenten Wesen nur einen geringen Bruchteil der Lebensdauer eines Sonnensystems bestehen.

2808

Erster Kontakt mit den schwebenden Lebensformen des Riesenplaneten Tyr-83 Gamma.

2809

Entdeckung der intelligenten neandertalerähnlichen Wesen auf Folsoms Planet.

2811

Entdeckung eines uralten unterirdischen Raumhafens auf Thor.

Die Anlagen befinden sich in einem lange erloschenen Vulkan.

2813

Öffnung der historischen Archive der ausgestorbenen Sehala auf Kofu durch Forscher von Syrak.

2815

Erstmaliger Abbau der schwebenden Ducton Kristalle in der Dunkelwolke W33.

2817

Gründung der interstellaren Handelsbank auf Rama, die binnen weniger Jahrzehnte zur größten Bank des Sektors wird.

2819

Kisor Beta übernimmt die Macht auf Kisor Alpha. Merantische Diktatur auf Kisor Beta.

Nationalistische Bewegungen gewinnen die Oberhand auf Kisor Beta. Schon seit der Monarchie vor Beginn der Gildenzeit gab es in der kisorischen Kultur immer wieder Phasen der Geringschätzung gegenüber anderen Völkern. Davon waren auch Kisori außerhalb des Kisorsystems nicht verschont. Diese Haltung wandelt sich zur ausgeprägten Fremdenfeindlichkeit auf Kisor Beta. Nach der Annektion Alphas durch Beta im gesamten Kisorsystem. Das Kisorsystem wird im Lauf der folgenden 20 Jahre zentralisiert.

Die Entwicklung wird gefördert durch den wirtschaftlichen Niedergang, infolge der Auflösung der Gilden. Das weitverzweigte Machtgefüge der Gilden in der interstellaren Nachbarschaft bricht zusammen.

2820

Kisorische Truppen ziehen aus dem Solsystem ab. Einzelne Truppenteile beantragen politisches Asyl und bleiben als Söldner der Koalition.

Die wenige Jahrzehnte alte Militärallianz zwischen der Koalition und Kisor gerät durch die Ereignisse auf Kisor praktisch in Vergessenheit. Die merantische Diktatur, als Rechtsnachfolger der Regierung von Kisor Beta und damit der ersten Gilde, und die Koalition sind formal noch verbündet, als es später zu kriegerischen Handlungen kommt.

2821

Ende des Bürgerkriegs im Fox System durch Eingreifen Kisors. Proteste der Koalition.

Viele Singulariten müssen den Planeten verlassen und siedeln sich im Asteroidengürtel an. Sie werden dabei durch Hilfslieferungen mehrerer Menschenplaneten unterstützt. Trotzdem sind die ersten Jahre dieses Exodus sehr hart für viele Siedler. Nach 30 Jahren entsteht eine florierende Zivilisation im mittleren Fox-System.

2822

Der Koloss von Ifri beginnt sich selbst zu demontieren.

Das Riesenraumschiff unbekannter Herkunft war 130 Jahre zuvor entdeckt worden. Es hat eine maximale Abmessung von 200 km und einem Volumen von 84.000 Kubikkilometern. 80 Jahre später aktivierten Ingenieure von Ifri das semiintelligente Steuergehirn des Kolosses. Das Gehirn hatte mehrere Millionen Jahre geruht. Während der ganzen Zeit waren nur automatische Wartungsmechanismen aktiv gewesen.

Wenige Jahre nach der Aktivierung beginnt das Raumschiff, sich selbst zu zerlegen. Anfangs geschieht das noch unbemerkt durch die Wissenschaftler, die das Raumschiff seit 130 Jahren erforschen. Das Schiff beginnt im Inneren des gigantischen Schiffskörpers mit Vorbereitungen für die Demontage. 40 Jahre später wird der Vorgang offensichtlich. Die Hülle wird abgestoßen und unzählige Einzelteile strömen aus den offenen Segmenten. Viele Teile sind komplette Bauelemente. Manche sind sauber getrennte Abschnitte größerer Strukturen. Kleine Elemente sind in Containern zusammengefasst. Einige Container haben eigene Manövrierfähigkeiten. Alle anderen Teile werden von einem Heer von semiautonomen Schleppern bewegt, die das Schiff selbst herstellt.

Die Nachricht von der Demontage löst hektische Aktivität bei den Völkern der interstellaren Umgebung aus. Viele der Einzelteile sind als Rohstoffe gut zu gebrauchen. Manche Module sind sogar in funktionsfähigem Zustand. Es gibt Gerüchte über wertvolle Rohstoffe und Artefakte mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Bald kommen Bergungsschiffe und versuchen Objekte zu untersuchen und an Bord zu nehmen. Das erweist sich aber als schwierig. Die Schlepper des Kolosses verschieben überraschend oft Fragmente bevor sie an Bord genommen werden können. Manchmal gibt es Kollisionen von Containern mit anderen Fragmenten, so dass die Bergung abgebrochen werden muss.

Im Lauf der Jahrzehnte schreitet die Demontage immer weiter voran. Insgesamt kommen mehrere Milliarden Einzelteile aus dem Schiffskörper bis nur noch das Makroskelett übrig bleibt und ein zentraler Bereich von 200 Kubikkilometern, der die Demontage steuert.

Viele Milliarden Teile umgeben den ehemaligen Koloss von Ifri. Sie bilden eine dichte Wolke von Objekten mit unterschiedlichen Relativgeschwindigkeiten. Es ist sehr schwierig, sich kollisionsfrei einzelnen Objekten zu nähern. Fragmente von Kollisionen und Explosionen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Viele Bergungsversuche enden mit Schäden. Manche sogar mit dem Totalverlust von Schiff und Besatzung. Ein Bergungsunternehmen beim Koloss von Ifri kann Reichtum bedeuten oder schnellen Tod (zumindest den zeitweiligen bis zum Backup). Arbeiter in Mech-Shells bergen Objekte im Akkord. Sie gehen dabei große Risiken ein und werden nach Unfällen wieder neu instanziiert. Viele Arbeiter sind Uploads, je nach Kultur der beteiligten Fraktion als Freiwillige oder als Sklavenarbeiter.

Ifri profitiert als nächstes System sehr von Demontage und Bergung. Die Wirtschaft des Systems wächst über Jahrzehnte rasant.

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