Zeitleiste

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2821

Ende des Bürgerkriegs im Fox System durch Eingreifen Kisors. Proteste der Koalition.

Viele Singulariten müssen den Planeten verlassen und siedeln sich im Asteroidengürtel an. Sie werden dabei durch Hilfslieferungen mehrerer Menschenplaneten unterstützt. Trotzdem sind die ersten Jahre dieses Exodus sehr hart für viele Siedler. Nach 30 Jahren entsteht eine florierende Zivilisation im mittleren Fox-System.

2822

Der Koloss von Ifri beginnt sich selbst zu demontieren.

Das Riesenraumschiff unbekannter Herkunft war 130 Jahre zuvor entdeckt worden. Es hat eine maximale Abmessung von 200 km und einem Volumen von 84.000 Kubikkilometern. 80 Jahre später aktivierten Ingenieure von Ifri das semiintelligente Steuergehirn des Kolosses. Das Gehirn hatte mehrere Millionen Jahre geruht. Während der ganzen Zeit waren nur automatische Wartungsmechanismen aktiv gewesen.

Wenige Jahre nach der Aktivierung beginnt das Raumschiff, sich selbst zu zerlegen. Anfangs geschieht das noch unbemerkt durch die Wissenschaftler, die das Raumschiff seit 130 Jahren erforschen. Das Schiff beginnt im Inneren des gigantischen Schiffskörpers mit Vorbereitungen für die Demontage. 40 Jahre später wird der Vorgang offensichtlich. Die Hülle wird abgestoßen und unzählige Einzelteile strömen aus den offenen Segmenten. Viele Teile sind komplette Bauelemente. Manche sind sauber getrennte Abschnitte größerer Strukturen. Kleine Elemente sind in Containern zusammengefasst. Einige Container haben eigene Manövrierfähigkeiten. Alle anderen Teile werden von einem Heer von semiautonomen Schleppern bewegt, die das Schiff selbst herstellt.

Die Nachricht von der Demontage löst hektische Aktivität bei den Völkern der interstellaren Umgebung aus. Viele der Einzelteile sind als Rohstoffe gut zu gebrauchen. Manche Module sind sogar in funktionsfähigem Zustand. Es gibt Gerüchte über wertvolle Rohstoffe und Artefakte mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Bald kommen Bergungsschiffe und versuchen Objekte zu untersuchen und an Bord zu nehmen. Das erweist sich aber als schwierig. Die Schlepper des Kolosses verschieben überraschend oft Fragmente bevor sie an Bord genommen werden können. Manchmal gibt es Kollisionen von Containern mit anderen Fragmenten, so dass die Bergung abgebrochen werden muss.

Im Lauf der Jahrzehnte schreitet die Demontage immer weiter voran. Insgesamt kommen mehrere Milliarden Einzelteile aus dem Schiffskörper bis nur noch das Makroskelett übrig bleibt und ein zentraler Bereich von 200 Kubikkilometern, der die Demontage steuert.

Viele Milliarden Teile umgeben den ehemaligen Koloss von Ifri. Sie bilden eine dichte Wolke von Objekten mit unterschiedlichen Relativgeschwindigkeiten. Es ist sehr schwierig, sich kollisionsfrei einzelnen Objekten zu nähern. Fragmente von Kollisionen und Explosionen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Viele Bergungsversuche enden mit Schäden. Manche sogar mit dem Totalverlust von Schiff und Besatzung. Ein Bergungsunternehmen beim Koloss von Ifri kann Reichtum bedeuten oder schnellen Tod (zumindest den zeitweiligen bis zum Backup). Arbeiter in Mech-Shells bergen Objekte im Akkord. Sie gehen dabei große Risiken ein und werden nach Unfällen wieder neu instanziiert. Viele Arbeiter sind Uploads, je nach Kultur der beteiligten Fraktion als Freiwillige oder als Sklavenarbeiter.

Ifri profitiert als nächstes System sehr von Demontage und Bergung. Die Wirtschaft des Systems wächst über Jahrzehnte rasant.

2824

Eröffnung der Gigantkunst-Ausstellung in der Umlaufbahn des Uranus.

Die Skulpturen sind bis zu 5000 km groß.

2825

Erste spektakuläre Aktionen des Piratenkönigs Wu Ti. Wachsende Macht für 12 Jahre.

Sein Ende durch vereinte Anstrengungen von Rama und Marduk (330 Lj).

2828

Crab-Zivilisation.

Eine zurückkehrende Expedition berichtet von der Begegnung mit Wesen aus dem Zentrum des Crab-Nebels und Resten einer uralten Zivilisation in seiner Umgebung.

Die Vermutung ist, dass diese Zivilisation die Supernova ihres Zentralsterns nur vorgetäuscht hat, was auf eine weit überlegene Technologie hindeutet. Nur sehr selten bemerken die raumfahrenden Zivilisationen Auswirkungen des Handelns von weiter fortgeschrittenen Zivilisationen (sog. Elder Civilisations). Offensichtlich versuchen diese, ihre Aktionen hinter vorgetäuschten Naturereignissen zu verbergen. Die künstliche Supernova des Crab-Zentralsterns ist, obwohl unbestätigt, dafür ein gutes Beispiel. Ein belegtes Beispiel für wesentliche Einflussnahme einer fortgeschrittenen Zivilisation ist das sporadische Auftreten aaronischer Söldner. Dabei ist allerdings nicht klar, ob Aaron schon zu den Elder Civilisations gerechnet werden kann.

2830

Schlacht bei Akkukak (2100 Lj vom Solsystem entfernt).

Die Flotten der vereinigten Khanate der Panka Skri werden von den Anaconda vernichtet. Diese Schlacht, die größte der bekannten Geschichte des Sektors, entscheidet den fast 100 Jahre dauernden Krieg der zwei großen Sternenreiche.

Die Zentren der beiden Sternenreiche liegen wesentlich weiter entfernt, als der Ort der Schlacht vermuten lässt. Weder die Geschichte der Khanate (Schwerpunkt 4000-4500 Lj), noch die der Anaconda (3500 Lj) hat Einfluss auf den lokalen Bereich, der Rama, Sol, Interia und sogar Mansalu umfasst.

2832

Überfall der Erui auf Novem (206 Lj).

Zwei Jahre später Gelam (142 Lj, Kelaner) und Gemeen (355 Lj, Kelaner), danach Lishi (280 Lj, Menschen). Innerhalb von 20 Jahren noch 43 weitere Systeme.

2833

Putsch der Händler auf Tschangscha. Ausrufung des Handelsherren Enan Toram Adress zum König von Tschangscha.

2834

Entdeckung einer Flotte von unterlichtschnellen Siedlungsraumschiffen in der Nähe von Sterge.

Eine Gruppe von acht zylinderförmigen Archen fliegt an Sterge vorbei. Die Schiffe sind bis zu 20 km groß und fast eintausend Jahre alt. Sie sind zu großen Teilen intakt und bevölkert. In den freien Bereichen der Archen ist die Kontrolle zusammengebrochen. Dort leben wilde Tiere und Nachfahren der ursprünglichen Besatzung unter primitiven Umständen. Der Kooperativrat des Sterge-Systems deklariert eine mobile Schutzzone. Lange diskutiert man, ob die Einwohner gerettet werden sollen. Schnell kommen Schaulustige von den umliegenden Systemen. Die Objekte werden zum Tourismusziel.

Bei Wartungsarbeiten am Rama-Sterge Infokanal macht ein Wartungsteam eine erstaunliche Entdeckung. Die Arbeiter waren gerade dabei einen neuen Tranceiver in Betrieb zu nehmen. Der Vorgänger hatte nach 50 Jahren seinen Betrieb eingestellt und sollte im Rahmen des aktuellen Kapazitätsupgrades sowieso ausgetauscht werden, als plötzlich in relativer Nähe von 60 Millionen km ein schwaches Signal auftauchte. Solche Signale sind nichts Ungewöhnliches. Der interstellare Raum ist voll von unzähligen Objekten verschiedener Größen, angefangen bei Staub, bis zu dunklen Planetoiden. Der Raum ist aber so groß, dass man selten wirklich größeren Objekten begegnet. Normalerweise ziehen sie in großem Abstand vorüber und werden nicht weiter beachtet.

In diesem Fall ist das Signal aber doch ungewöhnlich. Es ist sehr schnell und außerdem aktiv im Radarbereich des EM-Spektrums, ein Hinweis auf einen technischen Ursprung. Wartungscrews sind nicht dafür ausgerüstet, technische Artefakte zu untersuchen. Aber da der Abflugvektor des Schiffes nahe an der Flugbahn vorbei führt, beschließt man, die Signalquelle näher zu betrachten. Bei 1 Millionen km Entfernung zeigen sich mehrere Reflexe und bald kann die erstaunte Besatzung einige große Zylinder ausmachen.

Insgesamt entdeckt man acht große zylinderförmige Raumschiffe von bis zu 2 km Länge. Sie fliegen mit nur 100 km Abstand ziemlich nahe beieinander. Die Trajektorie kommt von ZU-6547/B, einem unbewohnten System. Man weiß nicht, ob sie dort gestartet sind oder ob sie von einem noch weiter entfernten System kommen. Die Biologie der Bewohner und ihrer Biosphäre ist sonst nicht bekannt. Es könnte sein, dass sie die letzten Vertreter ihres Volkes sind. Vielleicht wurde ihr Heimatplanet ausgelöscht. Vielleicht sind die Raumschiffe interstellare Archen auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung befinden sich die Generationsschiffe 1,8 Lichtjahre außerhalb von Sterge in Richtung des galaktischen Zentrums. Sie bewegen sich konstant mit 16% c etwa in Richtung Rama. In 120 Jahren werden sie einem System, sehr nahe kommen und dort möglicherweise abbremsen.

Der Kooperativrat des Sterge-Systems erklärt mit Wirkung vom 33.02.163 UB (Utarana Bada = nach der Landung) eine mobile Schutzzone. Die Zone hat einen Durchmesser von fünf Lichtminuten (90 Millionen km) um die Generationsschiffe und 30 Lichtminuten in Flugrichtung. Polizeikräfte der äußeren Kuiper-Hegemonie sperren den Bereich ab und lassen nur Hilfsmissionen einfliegen.

Der ethische Lenkungsausschuss des Rates berät über die Entdeckung. Eine erste Entschließung stellte die Generationsschiffe unter Quarantäne, um ihre Souveränität zu wahren. Die Frage einer Intervention wird heftig diskutiert. Loko Paksa (Volkspartei) befürwortet eine Rettungsaktion. Die Liberale Fraktion lehnt dies – mit Hinweis auf das Selbstbestimmungsprinzip – ab. Es kommt zu keinem Beschluss.

Es gibt einige private Hilfsaktionen. Sie werden von neutralen Beobachtern begleitet. Die Beobachter-Plätze sind sehr begehrt. In zunehmendem Maß werden die Missionen durch die "neutralen Beobachter" finanziert. Die Objekte werden von den Medien auf Sterge in den folgenden Jahren zum Tourismusziel für Abenteuerurlauber aufgebaut.

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