Zeitleiste

<< vorher
3148

Aufstand im Erdorbit. Befreiung der Erde vom Joch der Barbarenfürsten.

Aufständische besetzen die Orbitalinfrastruktur. Mit Hilfe von Reshumanis wird der Solare Ballistik-Schild reaktiviert.

3155

Isabella Akari Inghana-Shawnee geboren.

Isabella Akari Inghana-Shawnee tritt fast ein Jahrhundert später als Akari II. die Nachfolge ihrer Mutter Akari Inghana an. Sie wird, wie ihre Mutter, gewählte Präsidentin der Reshumanis. Nach einem langen Krieg und der Vereinigung aller Kräfte der interstellaren Menschheit unter einem gemeinsamen Oberkommando, wird Akari II. nicht nur als Präsidentin und Oberbefehlshaberin angesehen, sondern allgemein als Oberhaupt des Imperiums der Menschen. Damit wird sie faktisch zur ersten Imperatorin.

3162

Erste Konflikte zwischen Menschen der inneren Sphäre und Chinti Schwärmen.

Nach dem Ende der Chinti-Bürgerkriege setzte die Expansion der Insekten wieder ein. Der Eroberungsdruck schwächte die interstellaren Strukturen und damit auch die Fremdherrscher der Solsystems. Die Menschen konnten die Schwäche der Dellianer nutzen, um sich zu befreien. Aber inzwischen sind sogar Systeme der inneren menschlichen Sphäre von der Chinti-Expansion betroffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Solsystem angegriffen wird.

3168

Akari Inghana wird erste Präsidentin der Reshumanis im Solsystem: Akari I.

Inghana war eine Anführerin des Widerstands. Sie wurde 3105 geboren als Akari Drazas-Shx. Sie legt die dellianischen Stammesnamen ab und wählt einen solaren Namen nach einem der ersten von Leccianern zerstörten Habitate, dem Inghana-Orbital beim Uranus. Das gerade reaktivierte SolNet wählt sie per Akklamation zur Präsidentin. Sie nimmt den Regierungsnamen Akari I. an und übernimmt den ursprünglich leccianischen Titel Beschützer von Sol. Nach 262 Jahren wird erstmals ein Mensch zum Beschützer.

3170

Wiederherstellung der Ordnung im gesamten Solsystem.

Fast 200 Jahre dauerte die Rückeroberung des Sonnensystems. Nach langem wirtschaftlichem und militärischem Kampf war der Einflussbereich der Barbarenfürsten um 3100 auf das innere System zusammengeschrumpft. Nach dem Aufstand im Erdorbit und der Befreiung der Erde wird die Entwicklung zum Selbstläufer. Immer mehr Regionen und Habitate gewinnen ihre Freiheit zurück. Aber noch fehlen staatlichen Strukturen. Wie in den vorangegangenen 250 Jahren werden interplanetare Beziehungen von der White Noise Doktrin bestimmt, das heißt, es gilt das Recht des Stärkeren. Auch unter den wieder selbstbestimmten Menschen gibt es Konflikte um Ressourcen und Macht.

Reshumanis, die Allianz für die Rückeroberung, versucht Verwaltungsstrukturen aufzubauen und immer mehr Regionen und Habitate einzubinden. Das ist nicht ganz uneigennützig. Inzwischen stammt zwar der größte Teil der Reshumanis-Kräfte aus dem Solsystem. Aber extrasolare Menschenwelten haben die Organisation gegründet und sie dominieren immer noch die Kommandostrukturen. Diese Fraktionen wollen nun, nach der Befreiung, Einfluss nehmen auf die zukünftige Organisation des bevölkerungsreichen Solsystems. Reshumanis konkurriert nun mit den Gruppen der Rebellen, die vor Ort die Hauptlast der Befreiung getragen haben.

Während die letzten Enklaven der Fremdherrscher noch bekämpft werden, geht das Solnet wieder online. In einem überraschenden Coup wird Inghana, die Anführerin einer Widerstandsgruppe, im Solnet zur Präsidentin der Reshumanis im Solsystem gewählt. Das ist eigentlich nur Namensgleichheit mit der interstellaren Reshumanis-Allianz. Der Name ist absichtlich so gewählt, um die Reputation der Reshumanis-Allianz auf die neu gegründete mittellose "Reshumanis im Solsystem" zu übertragen. Der Widerstand versucht damit den Einfluss der extrasolaren Fraktionen zurückzudrängen und gleichzeitig von der Popularität der Organisation zu profitieren, die den Menschen des Solsystems bei der Befreiung geholfen hat. In der Wahrnehmung der Bevölkerung vermischen sich die Begriffe und Inghana ist nun die "Präsidentin der Reshumanis". Die Sol-stämmigen Reshumanis-Kräfte unterstellen sich Inghana. Es ist praktisch ein Putsch der Widerstandsgruppen gegen ihre interstellaren Unterstützer.

Die interstellaren Fraktionen, die bisher Reshumanis dominierten, widersetzen sich nur kurz. Sie wollen keine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Menschen des Solsystems und der inneren Sphäre. Die neue Reshumanis im Solsystem richtet ein Beratergremium ein in dem die interstellaren Unterstützer vertreten sind. Im Gegenzug verzichten diese auf die direkte Kontrolle der Kommandostrukturen. Bei den Verhandlungen ist der persönliche Einsatz Inghanas entscheidend für das Ergebnis. Es ist ein Sieg des lokalen Widerstands gegen die extrasolaren Fraktionen.

Die kontrollierten Medien im noch neuen Solnet feiern die Präsidentin. Der Umstand, dass die Machtübernahme eigentlich ein Coup war und dass ein Bürgerkrieg gerade noch abgewendet wurde, wird von den Nachrichtendiensten weitgehend ignoriert.

Die Menschen des Solsystems übernehmen Organisation und Mittel der bisherigen interstellaren Reshumanis-Allianz. Sie entwickeln die neue Reshumanis im Solsystem zur interplanetaren Regierung und Verwaltungsorganisation.

Damit beginnt der Wiederaufbau.

3176

Einigung des Solsystems.

Mit dem Beitritt der Venus-Föderation zu Reshumanis sind alle großen planetaren Regionen, fast alle Zwergplaneten, alle Orbitale, planetaren Ringe und Habitat-Cluster unter dem Dach von Reshumanis vereinigt. Das Charisma von Akari I. trägt wesentlich dazu bei, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit das gesamte Solsystem formal unter einer Regierung steht.

3180

Außerirdische Mikroben auf der Erde.

Neue Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Zehntel der irdischen Mikrofauna außerirdischen Ursprungs ist. Die fremden Lebewesen wurden im Lauf der letzten 500 Jahre unbeabsichtigt eingeschleppt. Viele fremde Organismen haben wegen ihrer inkompatiblen Biologie keine natürlichen Feinde. Sie können sich deshalb gut vermehren, stellen aber andererseits auch keine Gefahr dar.

Vor allem dort wo sich Biofilme bilden und auf Oberflächen ist der Anteil der außerirdischen Lebensformen hoch. In der Flora und im Erdreich ist er dagegen vernachlässigbar.

Es gibt zellähnliche Formen, von Bakterien und Einzellern bis zu Mehrzellern, Pilzen und Kleinstlebewesen. Daneben gibt es aber auch auf der Erde ursprünglich nicht bekannte Mikro-Lebensformen: zellwandlose freie selbstreplizierende Makromoleküle, Archaeen-ähnliche Organismen, Semibioten, die eher belebte Materie sind als Lebensformen, sich aber fortpflanzen. Es gibt Mikroben von Exobiologien, die mit der irdischen DNA kompatibel sind. Viele basieren auf inkompatiblen Proteinsystemen von Aminosäuren, aber mit anderer Makroordnung. Und es gibt ganz fremde Informationsträger und Replikationsmechanismen.

Besonders erwähnenswert sind Morphzeller von Kofu (die sich zu verschiedenen makroskopischen Lebewesen zusammenschließen und dann wieder in Einzelarchaee trennen können), Extremophile aus vielen Quellen (die an manchen Schwarzen Rauchern der Tiefsee schon ein Drittel der Biomasse ausmachen), sogenannte Rostwürmer (eigentlich bakterienähnliche Einzeller, die von der Energie der Eisenoxidation leben und dafür das Rosten von ungeschütztem Eisen katalysieren. Sie treten in fadenförmigen Anordnungen auf, deshalb Rost-"würmer"), androidale Bakterien (die anorganische Makromoleküle in ihre Struktur einbauen um Nanoprozessoren zu synthetisieren, Herkunft unbekannt).

Wenn man genau hinsieht, dann findet man auch sogenannte Kessler-Viroidae, anorganische Viren, entdeckt von Zipi Kessler im Jahr 2478. Sie kommen aus dem interstellaren Raum, werden vom Sonnenwind der Heliosphäre und den Molekülen der äußeren Atmosphäre abgebremst und gelangen bis auf die Planetenoberfläche. Kessler-Viroidae sind eigentlich harmlos. Aber inzwischen weiß man, dass sie Genmaterial für Nano-Disassembler tragen, die viele verschiedene Biosysteme angreifen können. Eine Mutation der Kessler-Viroidae verursachte die Massara-Seuche 2746.

Einige parasitäre und symbiotische Lebensformen leben mit irdischen Mikroben zusammen. Dazu gehören auch Tamartaee, hocheffiziente biochemische Zellkraftwerke von Chulu, die von einigen irdischen Bakterien adaptiert wurden. Es gibt Versuche, mittels Genmodifikation menschliche Mitochondrien durch Tamartaee zu ersetzen. Man verspricht sich davon eine deutliche physische Leistungssteigerung ohne Nanomods. Das ist aber noch ein weiter Weg.

weiter >>