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3320

Die Völker Thoas werden vor einer planetenweiten Eiszeit gerettet.

Auf Thoa leben mehrere steinzeitliche Völker, die biologisch verwandt, aber nicht kompatibel sind.

Seit Jahrhunderten wird das globale Klima kälter, erst sehr langsam, aber im letzten Jahrhundert immer schneller. Mehrere langfristige Schwankungszyklen mit verschiedenen Frequenzen überlagern sich so, dass in geologisch kurzer Zeit eine deutliche Abkühlung stattfindet.

Klimaänderungen gibt es immer. Sie werden ausgelöst durch verschiedene Effekte wie die Wanderung der Planetenachse, die Präzession der Planetenbahn um die Sonne, andere Planeten und langfristige Sonnenzyklen. Alle verlaufen in Wellen mit verschiedenen Längen und meistens gleichen sich die Wellen einigermaßen aus. Während der eine Zyklus das Klima erwärmt, kühlt der andere ab und die Temperaturen bleiben gemäßigt.

Aber manchmal kommen mehrere Wellen so zusammen, das sie gleichzeitig Abkühlung verursachen. Dann kann die globale Durchschnittstemperatur in relativ kurzer Zeit (hier in 100 Jahren) um mehrere Grad fallen. Die Eiszeit kommt in zwei oder drei Generationen.

So schnell kann sich die Natur nicht anpassen. Nahrungsketten brechen zusammen, wenn einzelne Arten den Temperaturwandel nicht verkraften. Für die Bewohner von Thoa wird es nicht nur unangenehm kalt, sondern sie finden auch immer weniger Nahrung.

Hilfsorganisationen mehrerer interstellarer Zivilisationen versuchen gemeinsam, den Völkern Thoas zu helfen. Durch Geoengineering verhindern sie, dass die Temperatur weiter absinkt.

Große nukleare Explosionen an den Polkappen, die viel Wasserdampf und wenig Staub in die obere Atmosphäre befördern, sind die günstigste Methode, einen künstlichen Treibhauseffekt zu herzustellen.

Orbitale Spiegel beleuchten gezielt einzelne Regionen um die Ausbildung einer Schnee-/Eis-Schicht zu verhindern, da Eis das Sonnenlicht reflektiert und damit der Oberfläche Energie entzieht, was die Abkühlung weiter verstärken würde.

Gemeinsam schafft man es, die Abkühlung auf 3 Grad zu begrenzen. Das ist dramatisch, aber die intelligenten Sophonten von Thoas können überleben.

3329

Der satereynische Händler Schansi bringt die ersten Nanogehirne von Kirin (ca. 8000 Lichtjahre entfernt) nach Sol.

Die sogenannten Nanogehirne sind nichtspezialisierte, allgemein verwendbare KI ohne Bewusstsein im Miniaturformat. Die KI läuft auf physikalisch wesentlich kleinerer Infrastruktur, als es dem weit verbreiteten Stand der Technik entspricht. Die technischen Grundlagen unterscheiden sich von der Standardtechnik. Die verwendeten Kompensationstechniken sind außerhalb von Kirin nicht bekannt. Aus diesem Grund ist Kirin lange Zeit die einzige Quelle für mikroskopische KI-Ausrüstung, die aufgrund der Kosten vor allem zu militärischen Zwecken eingesetzt wird.

3334

Besuch einer Gesandtschaft der Yalung, die die Nachfolge der Mansalu antreten.

Sie berichten, dass die Mansalu ihre Führungsrolle an ein anderes Volk abgeben. Yalung übernehmen die Verwaltung des Mansalu-Komplexes. Im Verlauf von 30 Jahren werden alle – von natürlichen Intelligenzen ausgeführten – Entscheidungsfunktionen auf Yalung übertragen. Die reale Mansalu Anteil der Bevölkerung nimmt ab. Angeblich steigt gleichzeitig die netzseitige Mansalu-Bevölkerung an.

Das Rätsel der kryptischen Nachricht um das Ende Mansalus wird nie aufgeklärt.

Die Angaben der Yalung sind nicht nachprüfbar.

3340

Brückenkopf bei Sigma Tschzssfs.

Der 17. imperialen Proaktivflotte gelingt die Vernichtung mehrerer Chinti-Schwarmflotten durch eine koordinierte Aktion in wichtigen Chinti-Abwehrsystemen und der Schwarmherzwelt Szshnszz.

So nahe an der Chinti-Domäne kann man Sonnensysteme eigentlich nicht lang halten. Aber eines der Chinti-Randsysteme, Sigma Tschzssfs, soll doch als vorgeschobene Basis befestigt werden.

In den drei vorangegangenen Jahren wurden dafür die ballistischen Schilde abgelegener Imperiumssysteme ausgedünnt und ihre aktiven Komponenten auf Megafrachter verladen. Die Frachter folgen der Flotte nach Tschzssfs und entladen die Bauteile für einen ballistischen Schild mit dem das System vor Hochgeschwindigkeitsangriffen geschützt werden kann.

Zur Installation werden viele Gigatonnen an Material herangeführt. Neben den Komponenten des Schilds bringen Frachter Milliarden Reparatur- und Konstruktionsdrohnen in das System. In Windeseile wird die Infrastruktur für das technische Personal bereitgestellt, darunter fünf Millionen Menschen und 30 Millionen Uploads in Mechs. Andere Frachter bringen vorbereitete Ausrüstung zur Ressource-Extraktion und Hunderttausende militärische Autofabs für die vor-Ort Herstellung antiballistischer Munition. Tausende elektromagnetische Katapulte verteilen Tiefraumsperren im System. Dazu werden einige Millionen Kubikkilometer Gestein aus den Asteroidengürteln bewegt und in weite Umlaufbahnen geschossen.

Der Energiebedarf ist gewaltig. 80 Gas-Miner sichern den Brennstoffnachschub für tausende Fusionsparks im ganzen System. Die Gas-Miner sind selbst Giganten und nicht alleine interstellarflugfähig. Für ihren Transport werden die größten ÜL-Schlepper des Imperiums gebraucht. Sie sind schon vor Monaten aufgebrochen. Die Imperiumswelten leben solange von Brennstoffreserven, die über mehrere Jahre angelegt wurden. Mehr als zehntausend Frachter bilden eine Versorgungskette von den nächsten Imperiumswelten nach Sigma Tschzssfs. Die Konvois bekommen Geleitschutz von Begleitgeschwadern, die vom Schutz kommerzieller Transporte aus dem ganzen Imperium abgezogen wurden.

Während der Installation muss das System ständig verteidigt werden. Die Schwarmflotten sind zwar geschwächt. Aber sie attackieren über Monate hinweg, um die Befestigung des Systems zu verhindern. Drei Abwehrflotten, die sonst bevölkerungsreiche Systeme schützen, sind bei Tschzssfs zusammengezogen. Zusätzlich wurden die Verbände der siegreichen 17. Flotte nach Tschzssfs verlegt und dort mit neuem Material versorgt bzw. repariert. Beschädigte Schiffe werden nicht in die Basen zurückgezogen, sondern vor Ort instandgesetzt, um die lange Transitzeit einzusparen. Zu diesem Zweck wurden Reparatur- und Versorgungsschiffe einiger anderer Großverbände bei Tschzssfs stationiert. Einige tausend Frachter dienen als provisorische Lenkwaffenplattformen bis die militärische Infrastruktur in Betrieb ist. Sie bilden die erste Verteidigungslinie und erleiden hohe Verluste.

Das Oberkommando des Imperiums geht ein großes Risiko ein, um Sigma Tschzssfs als Brückenkopf zu sichern. Der Plan ist, von dort aus in die Chinti-Domäne vorzudringen. Aber dafür muss das System am Rand der Chinti-Domäne so befestigt werden, dass auch jahrelange Saturierungsangriffe die Verteidigung nicht bezwingen können. Gelingt das, dann erhält das Imperium eine Operationsbasis von der man schnelle Angriffe tief in die Chinti-Domäne durchführen kann. Gleichzeitig werden dauerhaft signifikante Kräfte des Gegners um Tschzssfs gebunden.

Bevor sich die Chinti erholen, muss in kürzester Zeit eine Infrastruktur geschaffen werden, für deren Aufbau wohlhabende Systeme sonst Jahrzehnte brauchen. Das Oberkommando setzt alles auf eine Karte.

In Erwartung dieses Durchbruchs wurde die Verteidigung anderer Systeme geschwächt. Wesentliche militärische Kräfte wurden verlagert und riesige Mengen an Ressourcen herangeschafft. Gigantische Frachtkapazitäten sind dadurch gebunden. Der interstellare Handel im Imperium geht merklich zurück. Mobilität und Schlagkraft der übrigen Flotten sind beeinträchtigt. Mehrere Gefechte und die 3. Schlacht bei Ithacae gehen deshalb verloren. Die dortige Basis der (reduzierten) 21. Abwehrflotte wird vernichtet. Ithacae wird durch kinetische Schläge ausgelöscht. 200 Millionen verlieren ihr Leben, davon 30 Millionen final.

Ein Verlust der 17. Flotte wäre zu einem großen strategischen Nachteil geworden. Nicht nur wegen der militärischen Niederlage, sondern vor allem wegen der Verschiebung von Ressourcen, die – in der Annahme eines Sieges – über Jahre zusammengezogen und dann monatelang nahe an Tschzssfs herangeführt wurden.

Aber der Plan funktioniert. Die 17. Flotte erreicht ihr Missionsziel. Der Brückenkopf kann befestigt und gehalten werden. Das Imperium hat nun die strategische Initiative und gibt sie nicht mehr ab.

In den nächsten 20 Jahren wird die Chinti-Zivilisation befriedet. Sie wird besiegt, entmilitarisiert, reduziert, marginalisiert und letztlich weitgehend ausgelöscht.

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