Der Tempel von Demeter

Bericht zum zehnten Jahrestag der Entdeckung des leuchtenden Tempels

 

Demeters Geheimnis

H. F. C. Newman


Der Tempel von Demeter

(hfcn/rp) Heute vor genau 10 Erdjahren ging die Nachricht von der Entdeckung des leuchtenden Tempels von Demeter durch die Presse. Der Tempel von Demeter gehört zu einer Ansammlung von Ruinen im Dschungel des südlichen Radaman Kontinent Demeters. Die wahre Funktion des sogenannten Tempels ist nicht bekannt. Das Alter der xenoarchäologischen Artefakte wird auf 130.000 Erdjahre geschätzt.
Ein Grossteil der Installationen ist stark verfallen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auf Demeter einst noch wesentlich mehr Artefakte gegeben hat, dass die meisten aber inzwischen stark verwittert dem Urwald zum Opfer gefallen sind. Nur wenige Objekte sind noch gut erhalten. Zu dieser Gruppe gehört auch der berühmt gewordene Tempel. Der Tempel war mit anderen grösseren Artefakten schon kurz nach der ersten Besiedlung Demeters (2544) bei einer Routinedurchmusterung registriert worden. Es dauerte aber 15 Jahre bis die ersten Artefakte auf Radaman von Forschern untersucht wurden.
Der Tempel bildet den südlichen Scheitelpunkt einer 800 km x 1200 km durchmessenden elliptischen Anordnung von Konstruktionen ähnlicher Bausweise. Die Besonderheit dieses einen Tempels ist sein spektakulärer Anblick bei Nacht. Der Tempel scheint von innen heraus zu leuchten und hebt sich damit weithin sichtbar vom nächtlichen Dschungel ab. Die Leuchterscheinung ist erstmals 2728 bei einem Standardscan aufgefallen und drei Wochen später von Forschern der Theophrastus Universität besucht worden.
Darüber hinaus ist der Tempel das am besten erhaltene Artefakt Demeters. Er zeigt keine Verwitterungserscheinungen. Analysen der vergangenen Jahre lassen einen passiven potentialbasierten Selbstheilungsmechanismus (siehe Kasten) der Oberflächenschichten erkennen, der weit über unsere technologischen Möglichkeiten hinausgeht.
Die Strahlung im sichtbaren Licht scheint eine Nebenwirkung des Selbstheilungsbetriebs zu sein.
Vor 3 Jahren entdeckten Wissenschaftler einen Fluss hochenergetischer Neutrinos in den äusseren Schichten des Baumaterials. Die Flussdichte ist über Notsob Stora Transformationen mit der Anordnung des Baumaterials korreliert. Die Teilchen, zerfallen

Satellitenscans werden vom Globalen Überwachungssystem regelmässig durchgeführt. Demeters GSS fährt täglich IR/Radar Scans. Breitbandradioscan und optische Durchmusterung bis 10 cm Auflösung geschieht wöchentlich im Tag/Nacht Wechsel. Bei der optischen Durchmusterung () fallen ca. 2500 kPB Daten an, die seit 2695 von der Theophrastus Universität verarbeitet werden. Im Gegenzug finanzierte das GSS eine gpKI, von der 50 % für andere Forschungsprojekte eingesetzt werden können.
Die KI benachrichtigte den GSS Autooperator über die Leuchterscheinung, der eine automatische Hoversonde entsandte. Der Klassifikator stufte die Ergebnisse der Sonde als nicht zeitkritisch ein, sodass die Nachricht erst nach 19 Tagen zur Kenntnis gelangte.

Demeters Artefakte sind über den südlichen Teil Radamans verstreut. Es gibt grössere Strukturen, von denen man annimmt, dass sie aus hunderten von Objekten bestehen und einige Einzelobjekte, die keiner Struktur zugeordnet werden konnten. Auf dem nördlichen Radaman, sowie auf den anderen Kontinenten existieren nur sehr wenige xenoarchäologische Objekte, die allesamt stark verwittert und mit blossem Auge nicht erkennbar sind. Die Grösse der Artefakte reicht von 3x3 m bis 300 m Durchmesser und 50 m Höhe.

ohne messbare Zwischenstadien und scheinen eine isotrope Emission blauer Photonen zu induzieren, die als bläulicher Schein wahrgenommen werden. Die Neutrinos werden von Wissenschaftlern als Streustrahlung des Hintergrundpotentials interpretiert.
Man nimmt an, dass viele, wenn nicht alle von Demeters Artefakten einst durch einen vergleichbaren Konservierungsmechanismus geschützt waren. Im Laufe der Zeit sind die Anlagen anscheinend ausgefallen und haben ihre Bauwerke der Verwitterung preisgegeben. Nur so ist zu erklären, dass nach mehr als 100.000 Jahren einige Bauwerke noch gut erhalten sind, während andere stark verwittert oder vollständig ausgelöscht sind.


Der Tempel - ein spektakulärer Anblick bei Nacht
Die Wirkmechanismen potentialbasierter Selbsteilung sind bisher nur ansatzweise theoretisch verstanden. Prinzipiell erzeugt ein konstantes Hintergrundpotential eine Kraft, die die Teilchen eines Objekts in der Gleichgewichtslage hält, bzw. diese nach Auslenkung wieder in die Gleichgewichtslage bringt. Ein zusätzlicher Dämpfungsterm entnimmt potentielle Energie und verhindert Oszillationen.
Nach heutigen Erkentnissen gelingt es den Erbauern der Anlagen vermutlich über eine künstliche Symmetriebrechung ein Vektorpotential zu stabilisieren, dessen reale Amplitude ortsabhängig den Gravitationsvektor bereitstellt, um Materie in der gewünschten Form zu fixieren.
Man vermutet, dass die kinetische Dämpfung Energie in das Vektorpotential rückführt, dieses also effektiv Energie aus der Wechselwirkung mit der Umgebung bezieht und dabei gleichzeitig die Auswirkungen externer Einflüsse nivelliert.
Möglicherweise ist die Felderzeugung aber nicht versorgungs- oder wartungsfrei, denn bisher wurde nur ein Objekt entdeckt bei dem die Anlage in Betrieb ist. Bei anderen Objekten gibt es Hinweise, dass in früherer Zeit ähnliche Anlagen aktiv waren, die aber jetzt anscheinend ausgefallen sind
 
     
 

Popular Xenology (11/2738, London)